Arzt
Substantiv, m:

Worttrennung:
Arzt, Plural: Ärz·te
Aussprache:
IPA [aːɐ̯t͡st], [aʁt͡st]
Bedeutungen:
[1] Beruf, Gesundheitswesen: Heilkundiger, der ein Medizinstudium abgeschlossen hat und nach Erlangung der medizinischen Approbation körperliche und seelische Krankheiten behandelt
Herkunft:
Dem Substantiv Arzt gehen das althochdeutsche arzāt aus dem 9. Jahrhundert, das das althochdeutsche lāhhi verdrängt hat, und die mittelhochdeutschen Formen arzāt und arzet voraus. Hierbei handelt es sich genau wie beim mittelniederdeutschen arste und dem mittelniederländischen arsatere um Entlehnungen aus dem mittellateinischen arciater und dem spätlateinischen archiater und archiatrus, die auf das altgriechische ἀρχιατρόςOberarzt, Leibarzt‘ zurückgehen. Dieses setzt sich aus der Vorsilbe ἀρχ(ι)- (arch(i)-) → grcHaupt-, Ober-, Erz-‘ und ἰατρός ‚Arzt, Wundarzt‘ zusammen. Das altgriechische ἰατρός war wie das lateinische medicus die generelle Berufsbezeichnung für den Heilkundigen, während ἀρχιατρός und archiāter Titel darstellten. So trugen beispielsweise die Hof- und Leibärzte bei den Seleukiden in Antiochia und später die Stadt- und Hofärzte in der römischen Kaiserzeit sowie die Ärzte am Königshof der Merowinger den Titel Archiater. Ebenso wie der Beruf des Arztes wurde auch die Bezeichnung Arzt in frühneuhochdeutscher Zeit stark abgewertet – bis hin zum Marktschreier. In der Neuzeit trat dann ein Wandel hin zu mehr Wertschätzung ein.
Synonyme:
[1] umgangssprachlich: Doktor, Mediziner, veraltet: Medikus, Physikus, abwertend: Quacksalber
Gegenwörter:
[1] Patient
Beispiele:
[1] Ein Arzt hat gelernt, seinen Patienten zu helfen.
[1] In immer mehr Regionen gibt es viel zu wenig Ärzte, die eine Praxis auf dem Land eröffnen oder übernehmen wollen.
[1] Mein Arzt hat noch keinen Doktortitel.
[1] „Ein Arzt hatte sich selbst angezeigt, weil er im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht und je nach Befund selektiert hatte. […] Der Bundesgerichtshof entschied in diesem Fall, dass das Vorgehen des Arzts nicht gegen das Embryonenschutzgesetz verstieß.“
[1] „[…] Dabei ist die Allokation, die Verteilung der Gelder, der entscheidende Faktor in der Kostenschraube: Warum, frage ich als Patientin, warum wird zum Beispiel die „sprechende Medizin“ – also das Gespräch des Arzts mit dem Patienten – immer noch nicht ausreichend honoriert.“
[1] „[…] Das Team unter der Leitung des Arzts Wolfgang Benkel wollte die Entführten untersuchen und mit weiteren Lebensmitteln versorgen.“
[1] „An jenem Abend, in der Dunkelheit, hatte ein junger Arzt neben einer jungen Krankenschwester gesessen.“
Redewendungen:
[1] bis der Arzt kommt
Übersetzungen: Substantiv, m, f, Nachname: Worttrennung:
Arzt, Plural: Arzts
Aussprache:
IPA [aːɐ̯t͡st], [aʁt͡st]
Bedeutungen:
[1] deutschsprachiger Familienname, Nachname
Herkunft:
Berufsname; Arzt#Substantiv, m|Herkunft siehe unter "Arzt, Substantiv"
Beispiele:
[1] Frau Arzt ist ein Genie im Verkauf.
[1] Herr Arzt wollte uns kein Interview geben.
[1] Die Arzts kommen heute aus Tirol.
[1] Der Arzt trägt nie die Schals, die die Arzt ihm strickt.
[1] Das kann ich dir aber sagen: „Wenn die Frau Arzt kommt, geht der Herr Arzt.“
[1] Arzt kommt und geht.
[1] Arzts kamen, sahen und siegten.



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