auflesen
Verb:

Worttrennung:
auf·le·sen, Präteritum: las auf, Partizip II: auf·ge·le·sen
Aussprache:
IPA [ˈaʊ̯fˌleːzn̩]
Bedeutungen:
[1] etwas auflesen: etwas, was in mehreren einzelnen Stücken (beispielsweise Ähren, Samen, Beeren) auf dem Boden liegt, mit der Hand aufsammeln
[2] jemanden auflesen: eine Person (beispielsweise vom Straßenrand, Flughafen, einer Haltestelle) mitnehmen
[3] umgangssprachlich, abwertend: sich anstecken, (eine Krankheit) bekommen
Herkunft:
Zusammensetzung aus dem Präfix auf- und lesen
Synonyme:
[1] aufheben, aufnehmen, aufsammeln, süddeutsch, österreichisch: aufklauben, norddeutsch: stoppeln
[3] sich einfangen
Gegenwörter:
[1] fallen lassen
[2] absetzen
Beispiele:
[1] Erich Kleeberg kam 1944 ins Gestapo-Gefängnis in Ahlem, weil er herabgefallene Getreidekörner vom Boden aufgelesen hatte.
[1] „Von den zehn häufigsten Gegenständen, die Freiwillige für die Organisation Ocean Conservancy weltweit auflesen, waren 2015 sieben aus Plastik: darunter Plastikflaschen, Essensverpackung, Flaschenverschlüsse, Strohhalme und Plastiktüten.“
[1] Die Müllsammler sollen gerecht für den Wertstoff, den sie auflesen, entlohnt werden.
[1] „Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; […]“
[1] „Der Peter aber war immer hinter ihr hergegangen, hatte die Nüsse aufgelesen und gegessen.“
[1] „Sie gieng hinab in den Garten, und streute selbst zehn Säcke voll Hirsen ins Gras. ‚Die muß er Morgen, eh die Sonne hervor kommt, aufgelesen haben,‘ sprach sie ‚und darf kein Körnchen fehlen.‘“
[2] „[Die Polizisten] Dirk und Anna haben den kleinen Jörn auf der Straße aufgelesen und nach Hause zu seinen Eltern gebracht.“
[2] „Das ist ein Sklavenmarkt, der hier stattfindet. Die [Prostituierten] werden irgendwo aufgelesen, werden in Bussen hierher gekarrt und auf die Straße gestellt.“
[2] [Im Debütroman von Axel Ranisch] lesen zwei 16-jährige Außenseiter ihren betrunkenen Schuldirektor auf der Straße auf und [sperren ihn] kurzerhand in der eigenen Wohnung ein.
[2] „1843 ist der australische Kontinent noch weitgehend unerforschtes Gebiet. Ausgerechnet dort wird der junge Matrose Narcisse Pelletier bei einem Landgang allein zurückgelassen. […] erst 17 Jahre später wird ein anderes Schiff ihn wieder auflesen.
[2] [ÖPNV in Südniedersachsen:] „Statt große Busse nach einem starren Plan von Haltestelle zu Haltestelle fahren zu lassen, sollen viele Kleinbusse übers Land rollen und – ähnlich wie Taxen – auf Anruf Kunden an der Haustür auflesen und sie dorthin chauffieren, wohin sie wollen.“
[3] Wo nur hast du diese Krankheit aufgelesen?
Redewendungen:
jemanden aus der Gosse auflesen
Übersetzungen:

[1] etwas, was in mehreren einzelnen Stücken auf dem Boden liegt, mit der Hand aufsammeln




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