Fabrik
Substantiv, f:

Worttrennung:
Fa·b·rik, Plural: Fa·b·ri·ken
Aussprache:
IPA [faˈbʁiːk], [faˈbʁɪk]
Bedeutungen:
[1] Gesamtheit aller Gebäude, Produktionsanlagen, Belegschaft und Leitung an einem Standort zum Zweck der industriellen Massenproduktion
[2] Gebäude auf einem Fabrikgelände
[3] umgangssprachlich: gesamte Belegschaft einer Fabrik [1]
Herkunft:
Die heutzutage gebräuchliche moderne Bedeutung und Verwendung des Wortes Fabrik im Deutschen blickt mittlerweile auf eine circa 300- bis 400-jährige Entwicklungsgeschichte zurück.
Die Wortursprünge liegen im Lateinischen mit dem Wort fabrica (für „Künstler-, Handwerksarbeit“) begründet, das unter anderem die folgenden Bedeutungen hatte: Baukunst, Eisenschmiede, Gestalt, Handwerk, Werkstatt.
Auf dieser Grundlage entwickelte sich das französische Wort fabrique, welches als Lehnwort, ursprünglich unter Beibehaltung der französischen Schreibweise, im 17. Jahrhundert allmählich flächendeckend in den deutschen Sprachgebrauch übernommen wurde.
Erwähnenswert ist, dass bereits vor der Entlehnung aus dem Französischen im 17. Jahrhundert, vereinzelt im 16. Jahrhundert das Wort im Sinne von Werkstatt als direkte Entlehnung aus dem Lateinischen Verwendung fand, sich augenscheinlich jedoch noch nicht durchsetzen konnte.
Bis ins 19. Jahrhundert wurde das Wort hauptsächlich in der Bedeutung Herstellung, Herstellungsart verwendet, wobei es bereits vereinzelt auch in der Bedeutung Werkstatt, Werkstattgebäude verwendet wurde. Mit der industriellen Revolution entwickelte sich allmählich die heutige Bedeutung des Wortes Fabrik.
Sehr interessant sind im übrigen die Einlassungen von Adelung 1793–1801. Dort findet sich der Eintrag Fabrik mit vier Bedeutungen. a) in der Fabrik hergestelltes Produkt, Werkstattgebäude sowie eine scherzhafte Verwendung vergleichbar heute zu Denkfabrik; b) Werkstätten in denen Serienprodukte durch Handwerksarbeit hergestellt werden sowie diese Produkte; c) seltener: industrielle Werkstätten –„Waaren durch Hülfe des Feuers und Hammers hervor gebracht“– zur Abgrenzung von Manufakturen; d) die heute vollständig untergegangene Bedeutung: Werkstätten zum Kirchenunterhalt beziehungsweise deren Finanzierung.
Adelung konnte/wollte nicht entscheiden, ob das Wort nun aus dem Französischen oder dem Lateinischen entlehnt ist. Bedeutsam erscheint in diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die Manufacturen, deren Bezeichnung aus dem Englischen übernommen wurde und zügig von der Bezeichnung Fabrik verdrängt beziehungsweise beschnitten wurde.
Synonyme:
[1] Fabrikanlage, Fertigungsanlage, Industriebetrieb, Produktionsbetrieb, Produktionsstätte, Werk
[2] Fabrikgebäude
Beispiele:
[1] In dieser Fabrik arbeitete schon mein Vater.
[1] Es wurde entschieden, dass die Fabrik an den Stadtrand verlegt wird.
[1] „Ganze Fabriken fuhren die Produktion schlagartig herunter.“
[2] Die Geschäftsführung beschloss, dass die Fabrik ein neues Dach erhalten wird.
[3] Die ganze Fabrik feierte heute den großen Erfolg.
Übersetzungen:


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