fetzen
Verb:

Flexion

Worttrennung:
fet·zen, Präteritum: fetz·te, Partizip II: ge·fetzt
Aussprache:
IPA [ˈfɛt͡sn̩]
Bedeutungen:
[1] reflexiv, umgangssprachlich: sich sehr heftig streiten
[2] transitiv: etwas mit großer Kraft irgendwo abreißen
[3] transitiv, umgangssprachlich: etwas schnell irgendwohin bringen
[4] intransitiv, umgangssprachlich: mitreißen, Begeisterung hervorrufen
[5] transitiv, veraltet: etwas in Fetzen reißen
[6] transitiv, Rotwelsch: flicken
[7] intransitiv: sich mit großer Schnelligkeit irgendwohin bewegen
Herkunft:
gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Substantiv Fetzen gebildet
[4] möglicherweise von französisch fête, „Feier“
Synonyme:
[1] streiten, umgangssprachlich: (sich) befetzen
[5] zerreißen, zerfetzen
[6] flicken
[4] begeistern, mitreißen, klasse sein
Beispiele:
[1] Katja fetzt sich immer mit ihrer älteren Schwester.
[2] Granziella fetzte die alten Tapeten von den Wänden.
[3] Lukas fetzt die Teller immer so in den Schrank. Ich habe ständig Sorge, dass etwas zu Bruch geht.
[3] österreichisch: Sie hat ihm eine gefetzt. Ich fetz dir gleich eine (= Watsche).
[4] Claudia findet, diese Musik fetze ganz besonders.
[4] Die Party fetzt total.
[5] Die Katzen haben den neuen Sessel völlig gefetzt.
[5] Nun fetz doch nicht den ganzen Stoff!
[6] Sie fetzt den Mantel ihres Bruders.
[7] Die beiden Knaben fetzten mit ihren Rollschuhen um die Ecke des Rathauses.
[7] Wir sind mit den Rädern zum See gefetzt.
Übersetzungen:
Fetzen
Substantiv, m:

Worttrennung:
Fet·zen, Plural: Fet·zen
Aussprache:
IPA [ˈfɛt͡sn̩]
Bedeutungen:
[1] unregelmäßiges, kleines Stück von etwas (zum Beispiel von einem Blatt Papier)
[2] unzusammenhängener, kleiner Ausschnitt von etwas (zum Beispiel Teile einer Unterhaltung)
[3] umgangssprachlich: minderwertiges, schäbiges Kleidungsstück
[4] umgangssprachlich, Österreich: Putzlumpen, Scheuertuch
[5] umgangssprachlich, Österreich: Rausch
Herkunft:
spätmittelhochdeutsch vetze „Fetzen, Lumpen“, belegt seit dem 14. Jahrhundert; weitere Herkunft nicht eindeutig
Synonyme:
[1] Schnippel, Schnipsel, Schnitzel
[2] Ausschnitt, Bruchstück, Fragment
[4] Lappen, Lumpen
Beispiele:
[1] „Auf manchen Fetzen sind noch Mathematikaufgaben, englische Vokabeln oder Mitschriften aus dem Islamunterricht zu erkennen.“
[1] „Wie viele Vergleiche ich bemühen müßte, um die Fetzen zu bezeichnen im Reichtum der Formen.“
[1] „Das Mieterschutzgesetz ist ein Fetzen Papier.“
[1] „Von ihren eigenen Briefen ist nicht ein Fetzen übriggeblieben, bloß ein paar von seiner Hand.“
[2] „Der Lärm macht ihn nervös und ruft blitzartige Fetzen der Erinnerung hervor – an Bomben, die am Straßenrand explodieren und seine Kameraden in Stücke zerreißen.“
[3] In diesem Fetzen nehme ich dich nicht mit in die Oper!
[3] „Wir hier unten in Bayern müssen halt aus wirtschaftlichen Gründen immer noch diese kackefarbenen Fetzen auftragen. Nicht etwa so, wie die anderen Kollegen bundesweit, die in elegantem Blau auf Verbrecherjagd gehen.“
[3] „Tief gebeugt, mit gesenktem Kopf schlurft er herbei; vor der Brust hält er mit seinen Händen den um die Schultern geschlungenen Fetzen von Decke zusammen.“
[4] Er hat Kaffee verschüttet und braucht schnell einen Fetzen, um die Sauerei wegzuwischen.
Redewendungen:
… dass die Fetzen fliegen/… bis die Fetzen fliegen
Übersetzungen:


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