Galerie
Substantiv, f:

Worttrennung:
Ga·le·rie, Plural: Ga·le·ri·en
Aussprache:
IPA [ɡaləˈʁiː]
Bedeutungen:
[1] Architektur: nach einer Seite geöffneter Laufgang an oder in Gebäuden
[2] Architektur: Gang, der im Obergeschoss eines Gebäudes (zum Beispiel eines Schlosses) an der dem Innenhof zugewandten Seite einmal rundherum verläuft
[3] Architektur: balkonähnlicher Umgang, der an der Außenseite von Bauernhäusern und teilweise auch bei Windmühlen angebracht ist
[4] Empore in Sälen und Kirchen
[5] der oberste Rang im Theater
[6] das auf der Galerie5 versammelte Publikum
[7] historisch: Gang in einer Befestigungsanlage, in den Schießscharten eingelassen sind
[8] Seemannssprache: bei alten Segelschiffen vorhandener Rundgang, der um das Heck herumläuft
[9] Schiffbau: ein Ausbau am Schiffsheck
[10] besonders österreichisch und schweizerisch: Tunnel, der sich an einem Berghang befindet und in Richtung des Tales fensterartige Öffnungen hat
[11] Architektur: Gang, der mehrere Räume miteinander verbindet oder der in Schlössern für Festivitäten und das Zurschaustellen von Kunstwerken verwendet wird
[12] Abkürzung für Gemäldegalerie
[13] Verkaufslokal einer Kunsthandlung oder auch die Kunsthandlung selbst
[14] Ladenpassage, die mit Glas überdeckt ist
[15] Webseiten zur Präsentation von Fotos
[16] scherzhaft: stattliche Anzahl von gleichen Dingen, die jemand besitzt
[17] Bergbau: ein Stollen
[18] Höhlenforschung: langgestreckter Raum innerhalb einer Höhle
[19] Militär: langer und schmaler Graben, der überdeckt ist
[20] Orientteppich, der die Form eines Läufers aufweist
[21] österreichisch: Verbrechertum, Unterwelt
Herkunft:
Das seit dem 16. Jahrhundert verbreitete Wort ist eine Entlehnung des italienischen Wortes galleria oder des französischen Wortes galerie (Säulengang). (Die Bedeutung Gemäldesammlung ist eine Metonymie zu den in jenen Säulengängen aufgehängten Bildern.) Weiterhin geht Galerie vermutlich auf das mittellateinische galilea (Vorhalle einer Kirche) zurück, dessen zweites L zu R dissimiliert wurde. Das mittellateinische galilea wiederum stammt von der in Palästina befindlichen Provinz Galiläa ab, welche im Neuen Testament mit dem Heidentum in Verbindung gebracht wird und somit in Rom die Bezeichnung für den den Ungetauften zugedachten Platz während des Gottesdienstes war.
[21] Die Bedeutung leitet sich von den von Kriminellen in einer Kartei gesammelten Fotos ab, die dort wie in einer Gemäldegalerie angeordnet waren.
Synonyme:
[10] Schutzgalerie
Gegenwörter:
[5] Parkett
Beispiele:
[1] Man steigt die Scala dei Giganti hinan und ist nun auf der Galerie, deren Säulen den ersten Stock umziehn.
[2] Als wir einmal mit der Klasse einen Ausflug in ein Schloss machten, glaubte meine Freundin, ein Gespenst auf der Galerie im ersten Stock gesehen zu haben.
[3] Noch lange winkten uns unsere Gastgeber von der Galerie aus zu, als wir davonfuhren.
[1–3, 11, 14] Im Trend liegen jetzt große Glasflächen in der Hausfassade selbst, die eine Außenwand komplett transparent machen, einen Giebel von Kopf bis Fuß durchsichtig werden lassen oder dem Wohnbereich mit Galerie eine Lichtinsel verschaffen.
[4] Die technisch beispielhaft durchgeführte Restaurierung der Galerie im südlichen Louvre-Flügel stützte sich ganz auf die Arbeit von Felix Duban, der den unfertigen und heruntergekommenen Saal ab 1848 überholte.
[5] Die Glocke des Regisseurs ertönte. Allmählich nahm das Publikum seine Plätze ein, wobei das Getrampel auf der Galerie, das Geplauder im Parkett, das Rufen der Apfelsinenjungen die Musik übertönte - und endlich kamen auch die blasierten Leute in den Logen zur Ruhe und warteten.
[5] Die Galerie war wie üblich voll besetzt.
[6] Diese Aussagen sind nur für die Galerie und dienen dazu, sich zu profilieren.
[9] In diesem Augenblick erschien Admiral George Ascue auf der Galerie seines Schiffes.
[12] In unserer Stadt gibt es eine große Galerie mit berühmten Meistern.
[12] „Der Kunsthistoriker und Kunsthändler Hildebrand Gurlitt hatte nach dem Krieg in Düsseldorf eine Galerie und war dort 1948 Leiter des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen geworden.“
[13] All das in einer Stadt, die schon im Alltag mit junger Kunst in mehr als dreihundert Galerien verwöhnt ist, von den Museen ganz zu schweigen.
[14] In Flensburg gibt es nun auch endlich eine Galerie in der Innenstadt.
[15] Viele Online-Communities bieten ihren Mitgliedern eigene Blogs, Gästebücher und Galerien.
[16] Meine Cousine besitzt eine ganze Galerie potthässlicher Porzellanäffchen.
[17] Der Abbau in der flachen Mulde erfolgte nicht mehr mittels vieler Galerien, denn nun wurden sternförmige Schrapperfelder angelegt.
[19] Wir mussten lange in der Galerie ausharren.
[20] Vor dem alten Bücherregal im Arbeitszimmer liegt eine Galerie.
[21] „Die Gaunersprache der Wiener »Galerie«“
Redewendungen:
[5] für die Galerie spielen
Übersetzungen:


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