Gefahr
Substantiv, f:

Worttrennung:
Ge·fahr, Plural: Ge·fah·ren
Aussprache:
IPA [ɡəˈfaːɐ̯]
Bedeutungen:
[1] die Möglichkeit, dass Schaden oder eine Verletzung entsteht
Herkunft:
Dem heutigen Substantiv Gefahr ist das mittelhochdeutsche gevāre ‚Hinterlist, Betrug‘ vorausgegangen. Bei dieser seit dem 15. Jahrhundert bezeugten Form handelt es sich um eine verstärkende Präfixbildung zum althochdeutschen fāra ‚Hinterhalt, Nachstellung, Hinterlist‘ aus dem 9. Jahrhundert sowie zum mittelhochdeutschen vāre ‚Nachstellung, Hinterlist, Falschheit, Betrug, Gefahr, Furcht‘. Hierher gehören außerdem das bis ins 18. Jahrhundert vorkommende neuhochdeutsche Fahr, das altsächsische fār, fāraAufruhr, Nachstellung‘, das mittelniederdeutsche vāre, das mittelniederländische vāre, vaer, das altenglische fǣr, das englische fearFurcht‘ und schließlich das altnordische fārFeindschaft, Gefahr, Schaden‘. All diese Formen sind vermutlich gemeinsam mit dem altgriechischen Substantiv πεῖρα ‚Erfahrung, Versuch‘, dem altgriechischen Verb πειρᾶν ‚versuchen‘, dem lateinischen Verb expeririprüfen, versuchen‘ und dem lateinischen Substantiv periculum ‚Gefahr, Probe, Prozess, Versuch’ auf die indoeuropäische Wurzel *per- in der Bedeutung ‚Gefahr, probieren, riskieren, versuchen‘ zurückzuführen. Die heutige Bedeutung ‚drohendes Unheil‘ dürfte ausgehend von einer Ursprungsbedeutung ‚hinterlistiger Versuch‘ über ‚Nachstellung‘ entstanden sein.
Synonyme:
[1] Bedrohung, Bedrängnis, Gefährdung, Gefährlichkeit, Risiko, Unsicherheit
Gegenwörter:
[1] Sicherheit
Beispiele:
[1] Viele fürchten die Gefahr der Atomkraftwerke.
[1] Die größte Gefahr im Leben ist, daß man zu vorsichtig wird. (Alfred Adler)
[1] „Bald kennen die Steuermänner die Strömungen und Gefahren auf der Fahrt zwischen Nordeuropa und Island besser, ist die Route weniger risikoreich als zuvor.“
[1] „Zu oft werden die Gefahren beim Bergsteigen von Laien unterschätzt, sagt Ernst Vogt, Leiter der Bergsteigerredaktion beim Bayerischen Rundfunk.“
[1] „Stellt Wagemut eine Initiativkraft dar, die befähigt, trotz Bedrohung und Angst ein Wagnis einzugehen, so äußert sich in der Tapferkeit eine Dulderkraft, die es ermöglicht, die Gefahren standhaft durchzustehen.“
Redewendungen:
auf eigene Gefahr
der Gefahr ins Auge sehen - mutig/tapfer sein
es ist Gefahr in Verzug - ein Unheil droht, eine Gefahr besteht
Gefahr laufen
Übersetzungen:


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