Geste
Substantiv, f:

Worttrennung:
Ges·te, Plural: Ges·ten
Aussprache:
IPA [ˈɡeːstə], [ˈɡɛstə]
Bedeutungen:
[1] bildhaftes oder konventionelles Zeichen durch Bewegungen der Hände, Arme, Schultern, Fingern, des Kopfes, Gesichts, Oberkörpers und bestimmten Fingerkonfigurationen zwecks Kommunikation, oft nur einzeln ausgeführt gleichwertig einer Interjektion oder satzähnlich angereiht
[2] die Rede begleitende Ausdrucksbewegung
[a] spontane oder bewusst eingesetzte, ausdrucksvolle Bewegung des Körpers, besonders der Hände und des Kopfes, die jemandes Worte hervorhebend begleitet oder ersetzt (und eine bestimmte innere Haltung ausdrückt)
[b] (bezüglich Musical, Oper, Theater) bewusste symbolhaft verdeutlichende Körperbewegungen, die zur Kommentierung des Gesagten bzw. Gesungenen dienen
[3] übertragenen: symbolträchtige Handlung, sinnbildhaftes Zeichen oder zeichenhafte Mitteilung, die (als unverbindliche Höflichkeitsformel) etwas indirekt ausdrücken soll
[4] Informatik: bestimmte Aktionen auslösende Bewegung mit einer Maus, einem stiftbasierten Eingabegerät oder (auf berührungsempfindlichen Bildschirmen) mit den Fingern
Herkunft:
Ende des 15. Jahrhunderts aus lateinisch gestus "Gebärdenspiel des Schauspielers, Schaustellers oder Redners" entlehnt; seinerseits deverbativ zu gerere "tragen; zur Schau tragen; aus-, vollführen; (reflexiv) sich benehmen"; zunächst in der lateinischen Form, dann aus dem Plural gesten zurückgebildet; gleichfalls von altfranzösisch geste in der Bedeutung von "Geschichte, Erzählung von Abenteuern" beeinflusst, sowie unter späterem mittelniederländischen Einfluss zur heutigen Bedeutung von "Hand- oder Körperbewegung" erweitert.
Synonyme:
[1–4] Bewegung (Fingerbewegung, Handbewegung), Deuten, Handzeichen; österreichisch: Deuter
Beispiele:
[1] In Gesten versuchte der Reisende den Zweck seiner Reise den Einheimischen zu erklären.
[2a] Er unterstützte seine Rede durch eindringliche Gesten.
[2b] Die Gesten des Schauspielers beeindruckten.
[3] Dass Israels Ministerpräsident Ehud Olmert die arabischen Staatschefs zum Friedensgipfel eingeladen hat, ist eine kleine Sensation. Wie ernst es ihm damit ist und ob es wirklich dazu kommt, ist dabei nicht entscheidend. Die Geste an sich zählt.
[4] Wenn Sie einen Computer mit einem Touchscreen verwenden, finden Sie das Verwenden von Gesten (Bewegungen, die Sie mit einem oder mit zwei Fingern durchführen) möglicherweise einfacher als das Verwenden einer Maus, eines Stifts oder einer Tastatur.
Redewendungen:
[1] jemanden mit beredten Gesten ins Haus bitten oder jemanden mit einer einladenden Geste ins Haus bitten
[1, 2] mit einer einladenden Geste auf etwas deuten
[3] die Geste zählt
Übersetzungen:


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