Handy
Substantiv, n:

Worttrennung:
Han·dy, Plural: Han·dys
Aussprache:
IPA [ˈhɛndi]
Bedeutungen:
[1] kleines, handliches, kabelloses Telefon (mit Zusatzfunktionen wie Text- und Bildübermittlung, Internetzugang), das per Funk mit dem Telefonnetz verbunden ist, dadurch ortsunabhängig verwendet und deshalb bei sich getragen werden kann
Herkunft:
Bei der seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (etwa seit 1986) gebräuchlichen Bezeichnung handelt es sich nicht um eine direkte Übernahme aus dem Englischen, sondern um eine anglisierende Bildung, eine Scheinentlehnung aus dem Englischen (Pseudoanglizismus), deren Entstehen nicht mit Sicherheit geklärt ist.
Voraus geht dieser Erfindung ein in den USA (um 1940) konstruiertes und handheld two-way radio, volkstümlich (Pidgin-English) handie-talkie (siehe SCR-536) genanntes tragbares Gerät für den zweiseitigen Funksprechverkehr. (Vergleiche »Walkie-Talkie«). Das Wort handheld ‚in#in (Deutsch)|in die#Artikel|der Hand zu halten‘ (da drahtlos) legt nahe, das englische Substantiv handHand‘ als Ausgangsform anzusehen (und nicht das englische Adjektiv handygreifbar, (schnell) zur Hand, handlich; griffbereit; geschickt, praktisch‘). Weiterentwickelte Funkgeräte werden danach umgangssprachlich im Englischen vereinzelt handy (beziehungsweise handy im Plural), nach Aufbau eines Funknetzes jedoch amerikanisch-englisch cellphone, cellular / cellular phone, britisch-englisch mobile / mobile phone genannt. (Zur Entwicklungsgeschichte vergleiche Koch ↗ und [http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/handie.htm Näser]).
Es ist anzunehmen, dass Funktechniker und Funkamateure die (im Englischen vergleichsweise seltene) englische Bezeichnung handy ins Deutsche übernommen haben. In deren Sprachgebrauch ist diese im späten 20. Jahrhundert aufgekommen. Ebenso möglich ist unter anderem die Übernahme eines Produktnamens des Elektronikkonzerns Philips für den Nachfolger des tragbaren Mobiltelefons „Porty“ oder die Übernahme der (scherzhaften) Kürzel für die englischen Begriffe hand-held transceiver beziehungsweise hand-portable.
Die erstaunlich rasche Verbreitung des Geräts sowie vereinzelte Schreibweisen wie Händy und Händi lassen jedoch vermuten, dass daneben im Deutschen (etwa um 1990) ein volksetymologischer, die vorgenannte Entlehnung stützender gleichlautender Pseudoanglizismus Handy entstanden ist, hervorgegangen aus englischem hand oder neuhochdeutschem Hand (in modischer anglisierter Aussprache) und der englischen Nominalendung -y im Sinne von ‚das#Artikel|das (stets und überall) zur Hand Befindliche‘ (da nicht verkabelt).
Synonyme:
[1] Funktelefon, Handtelefon, Mobilfunktelefon, Mobiltelefon, Taschentelefon
[1] seltener: Cellphone
[1] ''salopp, scherzhaft: Gurke
[1] fachsprachlich: Funkfernsprecher, Handfunktelefon
[1] norddeutsch umgangssprachlich: Ackerschnacker
[1] schweizerisch auch: Natel
[1] Namibia auch: Cellphone, Cell
Gegenwörter:
[1] Festnetztelefon, ISDN-Telefon, Satellitentelefon, Schnurlostelefon
Beispiele:
[1] Dank meines neuen Handys bin ich jetzt überall erreichbar.
[1] Ein knallbuntes Handy lag unterm Weihnachtsbaum.
[1] „Ein weiteres Handy wurde bei der Gendarmeriebrigade Raeren abgegeben.“
[1] „Ihr Handy in der Tasche piepte, und sie ging ein Stück beiseite, schaute zum Fenster hinaus auf den Hof, wo gerade zwei in der Acht geschlossene Frauen aus einem Polizeiauto gebracht wurden, eine der Frauen schrie und versuchte, eine Polizeibeamtin zu treten.“
[1] „Bullenwannen, eine hinkende Frau mit Damenbart und einem Pappschild in der Hand »Bitte um Spende«, zwei Turbanmänner mit Handys, ein Dreadlock-Philosophiestudententyp mit Joint, eine Oma in einem flaschengrünen Kostüm, dazu weiße Gesundheitsschuhe, marschieren an ihm vorbei, und er hört diese Gesänge.“
[1] „Und so kann es vorkommen, daß ein kultivierter Franzose oder Italiener die Deutschen eher als Westgoten mit Handy erlebt.“
[1] „Im Zuge der neuen Verordnung darf ausschließlich der jeweils zuständige Finanzverwalter einer Behörde oder eines Ministeriums darüber beschließen, welche Angstellte bestimmter Abteilungen für die Ausübung ihrer offiziellen Tätigkeit ein Handy benötigen.“
[1] „Ich habe sie mit dem Handy deines Vaters angerufen.“
[1] „Am liebsten hätte sie ihm abgesagt, aber sie konnte ihn nicht erreichen, er hatte sein Handy ausgeschaltet.“
[1] „Anstatt mir also blöde Witze anzuhören, tippte ich die Nummer des Ashcroft-Mitarbeiterlokalisierungsbüros ins Handy.
[1] „Er las alle ihre Kurznachrichten, die er im Speicher des Handys aufbewahrt hatte.“
[1] „Der Anschluss an die Audio Guía Móvil (nur über Handy) lautet *8283, und dann die jeweilige Schlüsselnummer für den gewünschten Ort, die auf der Bodenplatte eingemeißelt ist; Código 233 gilt etwa für das w:Plaza General San Martín, und 193 für den Obelisken.“
[1] „In absehbarer Zeit kann sich jeder Handynutzer kurz das Aufladegerät vom Freund leihen oder alle seine Handys mit dem gleichen Gerät über USB-Anschluss aufladen.“
[1] „Lilith steht abseits und hält sich ihr Handy ans Ohr.“
[1] „‚[…] Die Nutzung von Mitteilungsdiensten und insbesondere vom Onlinezugang per Handy steigt merklich an und wird durch gute Preis-Leistungs-Angebote intensiviert, inklusive bezahlbarer Smartphones‘, sagte Inaki Berroeta, Präsident und Geschäftsführer von Vodafone Rumänien.“
[1] „Eigentlich versuchte Evelyn Paswall nur ihr Handy zurückzugeben.“
[1] „Mein Handy schlug an.“
[1] „Sie laden ihre Handys auf und tauschen die neuesten Nachrichten aus, wer an welchem Checkpoint verhaftet, wessen Tochter verheiratet, wer getötet wurde.“
Übersetzungen:


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