Katze
Substantiv, f:

Worttrennung:
Kat·ze, Plural: Kat·zen
Aussprache:
IPA [ˈkat͡sə]
Bedeutungen:
[1] Zoologie: in zahlreichen Rassen gezüchtetes, dem Menschen verbundenes, anschmiegsames Haustier (Felis silvestris catus)
[2] weibliches Exemplar des unter [1] beschriebenen Haustieres
[3] Jägersprache: weibliches Exemplar von Luchs, Murmeltier, Wildkatze
[4] Zoologie: Vertreter einer Familie von katzenartigen Raubtieren (Felidae), die nahezu weltweit in zahlreichen Arten vorkommen
[5] landschaftlich, sonst veraltet: kleines (flexibles) Behältnis für das bei sich getragene Geld
[6] derb: die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane
[7] veraltend umgangssprachlich abwertend: (besonders leichte; streitsüchtige, zänkische) weibliche Person
[8] veraltet umgangssprachlich: (besonders hübsches, lebenslustiges) weibliches Kind beziehungsweise junge, heranwachsende Frau
[9] veraltet umgangssprachlich: weibliche Person, die für ein Entgelt sexuelle Handlungen als Dienstleistung anbietet und ausübt
Herkunft:
[1] Bei der Bezeichnung des Tieres handelt es sich um ein altes, recht spät auftretendes Wanderwort, das seit dem ausgehenden Altertum in fast allen europäischen und einigen außereuropäischen Sprachen erscheint, doch sind Herkunft und Entlehnungswege ungeklärt. Die nicht zum gemeinsamen indoeuropäischen Bestand gehörende Bezeichnung findet sich (allerdings mit wechselnder Stammbildung) im West- und Nordgermanischen; für das Gotische fehlen Belege. Auf die seit dem 4. Jahrhundert belegten spätlateinischen Formen catta f ‚Katze‘ / cattus, catus mKater‘ beruhen die mittelgriechischen κάττα f ‚Katze‘, / κάττος m ‚Kater‘ und die romanischen Formen (vergleiche unter anderem französisches chat m / chatte f, italienisches gatto m / gatta f und spanisches gato m / gata f). Möglicherweise sind auch die übereinstimmenden Formen in den baltoslawischen Sprachen hier anzuschließen (vergleiche zum Beispiel altrussisches котъ ‚Kater‘ / котъка ‚Katze‘, russisches кот ‚Kater‘ sowie litauisches katė f ‚Katze‘ / katinas m ‚Kater‘). Höheres Alter könnte dagegen den keltischen (altirisches cat, kymrisches cath; im irischen Fürstennamen Cenn Cait ‚Katzenkopf‘ vielleicht schon auf das 1. Jahrhundert zurückgehend) und den germanischen Bildungen (siehe unten) zukommen, so dass der Ursprung der Benennung (zunächst wohl für die einheimische Wildkatze) mehrfach in diesen beiden Sprachgruppen vermutet wird. Am ehesten handele es sich demnach um ein aus einem Lockruf entwickeltes nordgermanisches Wort.
Allerdings klingt die Lautform an nordafrikanische Sprachen an. Besonders auffällig sind Entsprechungen afroasiatischer Sprachen wie nubisches kadīs ‚Katze‘, berberisches kaddîska / kadiska ‚Katze‘ und affadeisches gâda (vergleiche arabisches قِطّ‎ (DMG: qiṭṭ) →ar , das wohl der gleichen Quelle entstammt), die eine Ausbreitung des Tiernamens von Afrika her (womöglich durch keltische Vermittlung) annehmen lassen, da die gezähmte Katze zuerst in Ägypten vorkommt und von dort nach Europa gelangt. Im Ägyptischen selbst sind keine Entsprechungen belegt; dort ist ab der Zeit des Mittleren Reichs für das Tier das onomatopoetische Lockwort W19-M17-G43-F27 (Gardiner: mj-j-w-; Erman, Grapow: mjw; Huehnergard: miw), W19-M17-G43-E13 (Gardiner: mj-j-w-; Erman, Grapow: mjw; Huehnergard: miw) m ‚Kater‘ / W19-M17-M17-X1:F27 (Gardiner: mj-j-j-t-; Erman, Grapow: mjt; Spiegelberg ʾmʾj·t) f ‚Katze‘ belegt, das sich im koptischem {{Ü (KNAB 2001: emou) f ‚Katze‘ fortsetzt.
Im Deutschen geht das Wort über seine mittelhochdeutsche Form katze f auf die ab dem 9. Jahrhundert bezeugten althochdeutschen Entsprechungen kazza f / kazzo m zurück, die zusammen mit altnordischem kǫttr m / ketta f (vergleiche schwedisches katt m / katta f), altenglischem catt m / catte f (vergleiche englisches cat), mittelniederländischem catte f (vergleiche niederländisches kat f), mittelniederdeutschem katte f und altfriesischem katte f den erschlossenen germanischen Formen *kattōn, *kattu- ‚Katze‘ entstammen.
[5] Das genaue Benennungsmotiv ist unklar, vielleicht wegen der länglichen Form, die einer sich anschmiegenden Katze ähnelt oder nach der in der Sage häufigen Darstellung der Katze als Hüterin von Schätzen.
[7] Diese Bedeutung ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Der so bezeichneten Frau wird unterstellt, dass sie sinnbildlich das Fauchen, Kratzen und Beißen mit der Katze gemeinsam hat.
[8] Ab 1900 ist diese Bedeutung belegt (vergleiche Kätzchen).
[9] Diese ebenfalls ab 1900 belegte Bedeutung fußt auf der Vorstellung, dass sich die Prostituierte herumtreibt wie die Katze auf Mäuse- und Vogelfang.
Synonyme:
[1] Hauskatze (Felis catus, Syn. Felis domestica)
[1] familiär: Miau, Miez, Mieze, Miezekatze, Minse, Murke, Mutz, Puss, Samtpfötchen; schweizerisch mundartlich: Büsi
[1] scherzhaft: Dachhase, Etappenhase, Haustiger, Schlummerrolle, Stubentiger
[1] Kosename des Tieres, mitunter auch kindersprachlich: Maunz, Mausi, Mimi / Mimm / Mimmi, Miss, Mizzi, Molli, Musch, Muschi, Pussi, Putzi, Schnucki, Schnuppi, Schnurrdiburr
[2] Kätzin
[2] landschaftlich: Käterin
[2] veraltet: Kieze
[5] Geldbeutel
[6] Vulva
[6] salopp: Kätzchen, Muschi
[6] derb: Möse, Muffe, Pflaume
[6] vulgär: Fotze / Votze, Fut, Pussy
[9] Prostituierte
Beispiele:
[1] „Eine große alte fleischige Katze lag träg ausgebreitet auf dem Tisch und die Lehrerin untersuchte ihre offenbar ein wenig verletzte Pfote. Frieda hatte also doch recht gehabt, diese Katze war zwar nicht auf sie gesprungen, denn springen konnte sie wohl nicht mehr, aber über sie hinweggekrochen, war über die Anwesenheit von Menschen in dem sonst leeren Hause erschrocken, hatte sich eilig versteckt und bei dieser ihr ungewohnten Eile verletzt.“
[1] „Auch wenn Katzen vor seiner Tür jaulten, stand er auf vom Lager, selbst bei Kälte, und ließ sie in die Wärme ein.“
[1] „Wer fragt schon, ob so eine Katze gekört ist?“
[1] „Eine bernsteinfarbene, dicke Katze kam aus einer Ecke und sprang ihm auf den Schoß.“
[1] „Wenn ich am Morgen im Bett liege, ausschlafen will, jedermann hat das Recht, einmal in der Woche auszuschlafen, schreit die Katze um Viertel vor sieben vor meiner Tür, es rührt mich, es ärgert mich, soll sie sich zum Teufel scheren, das Biest ist sich gewöhnt, dass ich um diese Zeit herauskomme, die lange Katzennacht beende, in der sie umherschleicht, auf Kissen hockt, schläft, aufwacht, rührend, wie sie auf mich wartet, wirklich rührend, ich Riesenkätzin, Nährmutter, Spielmutter, Fleischberg, tapsige, ungeschickte, schwerfüßige, unverständliche, schreckliche Göttin auf dem Thron, gefährlich, freundlich, herablassend, launischgereizt, finster, nachlässig, ohne ersichtlichen Grund, fremdriechend, warm, allmächtig, gut.“
[1] „Doch binnen einer halben Stunde fand sich die Katze erneut vor dem Amtszimmer des Schatzmeisters ein, weitaus hungriger als vorher.“
[1] „Die Leuchten auf der Empore brannten, und hinter den Oberlichtfenstern strahlte die Sonne -genügend Helle, um zu sehen, daß die Kleine, in einem Nest aus Decken hockend, eine Katze im Arm hielt, ihren Kater Adam.“
[1] „Zwei Kater stritten sich irgendwo auf den Dächern und der Wächter drehte sich um und bückte sich nach einem Stein, den er nach den Katzen werfen konnte.“
[1] „Die Katze war noch ein Kater gewesen, und sie hatten ihn, zu seinem eigenen Schutz, kastrieren lassen.“
[1] „Sie sitzt in Schlafanzug und Morgenmantel auf dem Sofa und spielt mit der Katze. Mittag ist vorbei. Die Katze ist jung, munter, übermütig. Lucy läßt den Morgenmantel vor ihrer Nase baumeln. Die Katze schlägt danach, schnelle, leichte Schläge mit der Pfote, eins-zwei-drei-vier. […] Sie schleudert den Gürtel zur Seite; die Katze springt danach.“
[1] „Ihre drei Katzen rennen zwischen den Leitern herum.“
[1] „Als Nächstes kreuzte eine getigerte Katze auf. […] Die Katze betrat behutsam das welke Blumenbeet, urinierte hinein und schnupperte an dem Ergebnis.“
[1] „Man sagte, ihre einzige Lebensgefährtin sei eine seelenlose Dienerin gewesen, die Hunde und Katzen totschlug und jedes Tier, das ins Haus schlich, und die Leichen mitten auf die Straße warf, um das Dorfvolk mit dem Fäulnisgestank zu ärgern.“
[1] „Ich war erstaunt über die vielen Katzen, die man auf den Pariser Friedhöfen vorfand, die Gefährtinnen der toten Dichter, wie sie es zu deren Lebzeiten schon immer gewesen waren: […].“
[1] „Außerdem sind Katzen selbstsüchtige kleine Arschlöcher.“
[1] „Mila hatte sich auf das Mäuerchen gestellt. Sie versuchte, eine graue Katze einzufangen.“
[1] „Fabiola zuckte zusammen, als eine Katze kurz vor ihnen aus einer Hecke sprang und nach rechts über die Straße lief.“
[2] „Jede Katze werde im Jahr zwölf Junge werfen, die Ratten sich viermal so schnell vermehren.“
[2] „Ich muß lachen, wenn sich die Jungen unserer Katze Thusnelda balgen, […].“
[2] „»Vorsichtig, Kind«, sagte Frau Bardosz. »Die Katze wird bald Junge bekommen. Du kannst die Kleinen fühlen, wenn du deine Hand auf ihren Bauch legst.«“
[3] „Wir sind jetzt im Gebiet der Katzen, Bären und Affen, das heißt im Murmeltiergebiet. Katzen werden die weiblichen, Bären die männlichen und Affen die jungen Murmeltiere genannt.“
[3] „Bei der Verteidigung des Reviers kämpfen Bären gegen Bären und Katzen gegen Katzen, wie die männlichen und weiblichen erwachsenen Murmata genannt werden.“
[4] „Es riecht ja auch keine Blume und Blüte so, sondern in der Naturgeschichtsstunde haben wir es gehabt, daß manche Tiere es absondern aus gewissen Drüsen, Ratten, Katzen, die Zibetkatze, das Moschustier.“
[4] „Die kleine reizbare Katze [= ein junger Tiger] lag im Tierpark an den Stäben, zerriß und verschlang blutfrisches Fleisch, tappte nach dem Futterstock, folgte dem Wärter mit den Augen, gähnte gedankenlos.“
[4] „Demnach ist die Zahl der Gebiete, die von den größten Katzen der Erde bewohnt werden, seit 1995 um 40 Prozent zurückgegangen: Die Raubkatzen besiedeln jetzt nur noch sieben Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets, so der WWF-Mitarbeiter Roland Melisch.“
[4] „Der Gepard ist ein Jäger der Extreme: Nicht nur schnell, sondern auch wendig muss er sein. Möglich macht es ein Innenohr, mit dem er unter allen Katzen heraussticht.“
[5] „Die Uhr ſchlägt drei. ‚Es iſt Zeit‘, ſagte er, ‚komm!‘ ſtreicht das Geld in meine Katze, ſteckt noch von dem ſeinigen dazu und ſchnallt ſie um.“
[6] „Nun sah er meine heiße, feuchte, rasierte Katze. Seine Hände fassten sofort nach meinen Oberschenkeln.“
[7] „Aber Katze, wer ſagt denn, daß du das gethan hätteſt! Du biſt ja eine reizende Katze.
[7] „Du bist ja wahnsinnig, du tolle Katze.
[7] „Die Thibaut! Die kleine Katze mit ihren Schlitzaugen und dem galligen Teint.“
[8] „Die ſchmucke Katze hält mich für verrückt!“
[8] „Lizzie war ſo viel unbeſchwerter. Ja, wie eine luſtige Katze erſchien ſie Grete Erb, eine Katze, die geſtreichelt werden wollte und die Krallen wies, wenn man nicht nach ihrem Willen tat.“
Redewendungen:
[1] abgehen wie Schmidts Katze
[1] auch wenn es Katzen schneit
[1] Augen auskratzen wie eine Katze
[1] Augen machen wie die Katze, wenn es donnert / ein Gesicht machen wie die Katze, wenn es donnert
[1] aussehen wie die Katze unterm Bauch
[1] aussehen wie eine abgezogene Katze
[1] blass wie die Katze am Bauch
[1] da beißt sich die Katze in den Schwanz
[1] da wird die Katze in der Pfanne verrückt
[1] damit kann man keine Katze mehr hinter dem Ofen hervorlocken / damit lockt man keine Katze hinterm Ofen hervor / das lockt keine Katze unter der Zentralheizung hervor
[1] dann ist die Katze aber auch tot
[1] das Ei hat die Katze gelegt
[1] das hat die Katze gefressen
[1] das trägt die Katze auf dem Schwanz fort / das trägt die Katze auf dem Schwanz weg
[1] dastehen wie die Katze vor dem neuen Scheunentor
[1] der Katze den Schwanz abhacken
[1] der Katze die Schelle anhängen / der Katze die Schelle umbinden / der Katze die Schelle umhängen
[1] die Katze aus dem Sack lassen
[1] die Katze durch den Bach schleifen / die Katze durch den Bach ziehen
[1] die Katze guckt den Kaiser an
[1] die Katze im Sack kaufen
[1] die Katze im Sack lassen
[1] die Katze ist aus dem Sack
[1] die Katze ist den Baum rauf
[1] die Katzen gähnen
[1] etwas der Katze in die Schuhe schieben
[1] flink wie eine Katze sein
[1] für die Katz sein / für die Katze sein
[1] (um etwas) herumgehen wie die Katze um den heißen Brei / herumschleichen wie die Katze um den heißen Brei
[1] herumreden wie die Katze um den heißen Brei
[1] hinter jemandem herlaufen wie Katzen hinter Baldrian
[1] immer noch besser als die Katze im Arsch geleckt
[1] schweizerisch: jemandem die Katze den Buckel hinaufjagen
[1] jemand kann die Katze am Arsch lecken
[1] Katzen regnen / Katzen und Hunde regnen
[1] keine Katze (mehr) aus dem Haus jagen / keine Katze (mehr) aus dem Haus schicken
[1] keine Katze im Sack verkaufen
[1] leck die Katze am Ärmel!
[1] leben wie Hund und Katze / zusammenleben wie Katze und Hund
[1] lieber will ich deine Katze im Arsch lecken!
[1] mit jemandem Katz und Maus spielen
[1] nach der Katze treten
[1] nass wie eine gebadete Katze / nass wie eine Katze
[1] neunschwänzige Katze
[1] raus mit der wilden Katze
[1] schauen wie eine nasse Katze
[1] sich (mit jemandem) stehen wie Hund und Katze
[1] sieben Leben haben wie eine Katze
[1] stehlen wie eine Katze
[1] tote Katze spielen
[1] und wenn es Katzen hagelt
[1] wie eine Katze immer auf die eigenen Füße fallen
[1] wie Hund und Katze sein
Übersetzungen:


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