Klamotte
Substantiv, f:

Worttrennung:
Kla·mot·te, Plural: Kla·mot·ten
Aussprache:
IPA [klaˈmɔtə]
Bedeutungen:
[1] landschaftlich:
[1a] größerer Stein; Gesteinsbrocken
[1b] besonders berlinisch abwertend; zumeist Plural: zerbrochener Mauerstein
[1c] besonders berlinisch abwertend; zumeist Plural: Dreck, Schmutz
[2] salopp; zumeist Plural:
[2a] Kleidungsstück; Gesamtheit der Kleidungsstücke
[2b] abwertend: altes Kleidungsstück, das abgetragen ist
[2c] alter, wertloser Gegenstand; minderwertiges Stück
[3a] Jargon; umgangssprachlich abwertend: allgemein unbekannt gewordenes, für Unterhaltung sorgendes Theaterstück, Buch, Lied oder Ähnliches, das wieder an die Öffentlichkeit gebracht wurde
[3b] Jargon; umgangssprachlich abwertend: (geistig) anspruchsloses Theaterstück
[3c] umgangssprachlich abwertend: niveauloser, derber Schwank, bei dem grobe Späße zum Besten gegeben werden
Herkunft:
seit dem 20. Jahrhundert bezeugt; aus der Gaunersprache, genauer dem Rotwelschen, übernommenes Wort; dort bedeutete es eigentlich „zerbrochener Mauer-, Ziegelstein“, später im übertragenen Sinne dann „wertloser Gegenstand“; die weitere Herkunft ist unklar
Gegenwörter:
[2b] Ehrenkleid, Festkleid, Festkleidung, Festrobe, Gala, gehoben, sonst süddeutsch und österreichisch: Gewandung, salopp: Schale, umgangssprachlich veraltend: Staat
Beispiele:
[1a] „‚[…]Als der Riese schlief, tauschten sie den Stein gegen eine viel schwerere Klamotte aus‘, erzählt Rudolph.“
[1a] „Wenn ein Gesteinsblock aus dem Steinbruch kommt, ist er nicht mehr als eine große ‚Klamotte‘.[…]Aus der ‚Klamotte‘ entstehen in unvergleichbarer Schönheit Fliesen, Platten, Treppen, Fensterbänke, Verkleidungen, Arbeits- und Waschtischplatten, Verblender, Säulen, Kamine und vieles mehr.“
[1b] „Der Mufti ist ein solches Gnuff, daß er auch nicht die kleinste Klamotte von dem Schutt hergiebt.“
[1c] Die Kinder hatten sich mit Klamotten beworfen.
[2a] „Dass in den Filialen der Ketten offenbar Klamotten aus genmanipulierter Baumwolle als ‚bio‘ verkauft wurden, hat die Branche am Freitag gewaltig aufgeschreckt.“
[2a] „Unsere zwei Kinder wachsen nämlich so schnell, dass sie die meisten coolen Klamotten, die wir ihnen kaufen, immer nur kurze Zeit tragen können.“
[2a] „Der Mann meiner Schwester war Schneider, und sie schenkten mir gute Klamotten und behandelten mich mit großer Güte.“
[2b] „So kommt es, dass Leute in verschwitzten, abgerissenen Klamotten - Fahrradkuriere, Studenten, Einwanderer und Obdachlose - in den Fluren des Kongressgebäudes herumhängen, bis die korrekt gekleideten Lobbyisten die freigehaltenen Zuschauerplätze bei den Hearings im Kongress einnehmen.“
[2b] „In zerknitterten Klamotten ging er zurück ins Zimmer, zog sein Notizheft aus der Tasche.“
[2c] „So reifte in mir der Entschluß: »Du mußt selber einen Fokker fliegen lernen, dann wird es vielleicht besser gehen.« / Mein Sinnen und Trachten ging nun dahin, zu lernen, selbst »den Knüppel zu führen«. Denn ich war bisher immer nur Beobachter gewesen. Es bot sich bald Gelegenheit, auf einer alten Klamotte in der Champagne zu schulen. Ich betrieb das mit großem Eifer und war nach fünfundzwanzig Schulflügen vor dem Alleinflug.“
[2c] „So aber geriet das Duell zu einer Klamotte, in der der Volksheld Witali Klitschko keine Meriten erwerben konnte.“
[3a] „Dort sind lauter Originale aus DDR-Zeiten ausgestellt. Vom Sandmännchen über Ausweise und Orden findet der Betrachter Spielzeug, Seife und Einlegesohlen aus der alten Zeit. ‚Was da für alte Klamotten ausgegraben wurden, ist unglaublich!‘ meint Lydia Remke fasziniert.“
[3b] „Was Shakespeare als anregenden Exkurs über das Wesen der Erotik niederschrieb, der Komponist entsprechend einfühlsam vertonte, geriet mit der vergewaltigenden Adaption von ‚The Fairy Queen‘ im Theater am Halleschen Ufer zur vordergründigen Klamotte (Inszenierung: Rhys Martin).“
[3c] „Die populären britischen Komiker Peter Cook und Dudley Moore, die zusammen mit Morissey das Drehbuch schrieben und die beiden Hauptrollen spielen, mögen eine deftige Persiflage der Konventionen des Kriminalund [sic] Horrorfilms beabsichtigt haben: in Morrisseys plumper Inszenierung ist das Resultat eine derbe Klamotte mit dürftigen Kalauern.“
[3c] „Was hätte das werden können! Ein deutscher Alptraum und ein Hohngelächter über die Gespenster der Vergangenheit. Statt dessen: Volkstheater für Fortgeschrittene, eine derbe Klamotte, komisch und einigermaßen harmlos.“
Redewendungen:
[2a] Jargon: jemandem nicht an die Klamotten können
[2b] nicht aus den Klamotten herausgekommen sein
Übersetzungen:


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