Kran
Substantiv, m:

Worttrennung:
Kran, Plural 1: Krä·ne, Plural 2: Kra·ne, Plural 3: Kra·nen
Aussprache:
IPA [kʁaːn]
Bedeutungen:
[1] manuell oder motorisch betriebene, mit einem (beweglichen) Ausleger versehene Vorrichtung, mithilfe derer Lasten oder sperrige Gegenstände gehoben und/oder versetzt werden
[2] der die unter [1] beschriebene Vorrichtung umgebende Platz, besonders in einem Hafen
[3] Person, die Lasten (Möbel, Steine oder dergleichen) trägt
[4] Person, die Schwerathletik betreibt
[a] speziell: Person, die in der Schwerathletik die Disziplin des Gewichthebens ausübt
[5] nordwestdeutsch, mittelwestdeutsch, süddeutsch sowie Südafrika (KwaZulu-Natal): Vorrichtung, mithilfe derer eine Wasserleitung geöffnet oder geschlossen wird
[6] mittelwestdeutsch: Vorrichtung, mithilfe derer man etwas aus einem Behälter, einer Leitung herausfließen lassen (und in einem Gefäß auffangen) kann
[7] Vorrichtung, mithilfe derer die Gaszufuhr zum Gasbrenner geregelt wird
Herkunft:
Es handelt sich um ein seit dem 14. Jahrhundert bezeugtes Erbwort, dessen spätmittelhochdeutsche (mitteldeutsche) Form krane lautete (vergleiche mittelniederdeutsch krān, krāne, mittelniederländisch crane, crāne sowie altenglisch cran). Das alte Wort für den »Kranich« wird – wohl im Bereich der Hanse – im 15. Jahrhundert auf das Hebewerkzeug wegen seiner Ähnlichkeit mit Kopf und Hals des Vogels übertragen. Die früheste Bezeugung für einen (Hafen-)Kran im deutschen Bereich liegt für die Stadt Utrecht im Jahr 1244 vor. Die mittelwestdeutsche Bedeutung ‚Wasserhahn‘ ist wohl eine Übertragung nach der Form. Im Ostniederdeutschen, Rheinischen und in der Altmark gilt »Kran« auch für ‚Zapfhahn‘. Einen ähnlichen Bedeutungsübergang zeigen altgriechisches {{Üt m, fKranich‘ und ‚Hebemaschine‘, lateinisches grus m, fKranich‘, ‚Kran‘ und ‚Mauerbrecher‘ sowie russisches журавль ‚Kranich‘ und ‚Brunnenschwengel‘.
Synonyme:
[1, 5] süddeutsch, alt: Kranen
[3] Lastenträger
[4] Schwerathlet
[4a] Gewichtheber
[5–7] Hahn
[5] Wasserhahn
[5] österreichisch: Pipe
[5] schweizerisch: Hahnen
[5] Südafrika (KwaZulu-Natal): Tap
[6] Zapfhahn
[6] südostdeutsch, österreichisch: Pipe
[7] Gashahn
Beispiele:
[1] Dieser Kran kann fünf Tonnen heben.
[1] „Die Winden kreischten und zockerten die schweren Frachtstücke unter die Ladeluke, der Kran drehte bei, seine Ladeseile sirrten hinab, und schwielige Fäuste verketteten die schwere Last im Bauche des Schiffes.“
[1] „Du sahst die Kräne hoch droben, die große Stahlteile trugen, und die Männer liefen über Gänge, die an der Decke klebten, und die Lötkolben, die mit einem blendenden Funkenregen ihr Gebläse in Tätigkeit setzten.“
[1] „Krane mit großer Hubkraft und Feineinstellung beim Lastablassen, die über den Grundriß der Bauten hinausfahren können, erleichtern die Arbeit.“
[2] „Siehe, da wimmeln die Märkte, der Kran von fröhlichem Leben,
Seltsamer Sprachen Gewirr braust in das wundernde Ohr.“
[4a] „Die Welt staunte 1955 über den ‚Kran von Tennessee‘. Paul Anderson wog 156 kg und stieß Weltrekord: auch 190 kg.“
[5] Aus dem Kran kommt nur kaltes Wasser.
[5] „Da drehte der Arzt seinen Kran ab, er trocknete seine Hände mit einem frischen Handtuch, er roch das Chloroform zum ersten Mal so, wie es sonst nur seine Patienten riechen[…]“
[5] „Sie lachte mir zu, wusch sich unter dem Kran, der schon im Keller lief, die Hände, wechselte die Schuhe, kam kurz darauf in ihrem grünen Wildlederkostüm wieder zum Vorschein, schob ihr Rad aus dem Schuppen, winkte mir zu und verschwand.“
[6] Sobald ein Glas voll ist, hält er mit einer eleganten Bewegung das nächste unter den Kran.
[6] „‚Ich lebe ja davon, daß ich anderen Leuten mein Bier verkaufe.[…]‘ Werner drückte seine Zigarette aus und sah zu, wie Reismann sein Glas nahm und es unter den Kran hielt.“
[7] Dreh den Kran ordentlich zu!
Redewendungen:
  • umgangssprachlich:
[1] Kran mit Flügeln/fliegender Kran
[5] den Kran aufdrehen
Übersetzungen: Substantiv, m:

Worttrennung:
Kran
Aussprache:
IPA [kʁaːn]
Bedeutungen:
[1] historisch: persische Münze
Beispiele:
[1] Der silberne Kran oder Keran (Zabkran) soll gesetzlich 28 Nachod an reinem Silber enthalten.
[1] „Er verlangte drei Toman dafür und viermal schwur er beim Heiligen. Schliesslich gab er es mir für sieben Kran.
[1] „Dieser Preis stieg bei mittleren Ernten auf 18—20 Kran, bei schlechten auf etwa 5 Toman. Eigenartiger Weise wurde dort die Gerste um 2 Kran höher bewertet als der Weizen.“
Übersetzungen:


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