orange
Adjektiv:

Worttrennung:
oran·ge, keine Steigerung
Aussprache:
IPA
Bedeutungen:
[1] eine Farbe zwischen gelb und rot aufweisend, habend
Herkunft:
Das Adjektiv ist seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bezeugt. Es wurde wohl im Gebrauch nach gleichbedeutend mittelfranzösischem orange sowie gleichbedeutend neufranzösischem orange übernommen.
Synonyme:
[1] apfelsinenfarben, apfelsinenfarbig, apfelsinenfärbig, orangefarben, orangefarbig, orangefärbig
Beispiele:
[1] Ich ziehe heute das orange Kleid an.
[1] Sie trägt ein oranges Tuch.
[1] „Ich erklärte dem Mädchen noch, wieso der Mond, vom Erdschatten gänzlich überdeckt, trotzdem so viel Licht hat, daß wir ihn deutlich sehen konnten, im Gegensatz zum Neumond, deutlicher sogar als sonst: nicht als leuchtende Scheibe wie sonst, sondern deutlich als Kugel, als Ball, als Körper, als Gestirn, als eine ungeheure Masse im leeren All, orange.
[1] „Damals beschrieb sie New York in Zeichnungen für düsseldorfer Freunde als einen bloßen Hafen für orange vielfenstrige Schwimmhöhlen, in denen neben reichlich Autos ein Kindergarten versammelt war.“
[1] „»Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte«, »Wolkenschatten fliehen über Felder« - die Gedichte waren alle voller Naturfreude und -sehnsucht, und die Bildchen zeigten frühlingshellen Wald, blumenbunte Wiesen, Herbstlaub und einzelne Bäume, eine Weide am Bach, einen Kirschbaum mit reifen roten Kirschen, eine herbstlich gelb und orange flammende Kastanie.“
[1] „Wie das wohl von unten aussehen muß, wie ich hier in meinem orangen Kleid herumspringe?“
[1] „Aus dem dichten, schmutzig orangen Himmel nieselte es nur noch.“
[1] „Frauen sitzen in weiten, mit Gold bestickten Gewändern aus purpurfarbener, oranger oder türkisblauer Seide auf ausgebreiteten Tüchern.“
[1] „Sarkawi fand die Antwort 2004, als er den Journalisten Nick Berg in ein oranges Guantánamokostüm steckte und ihn vor laufender Kamera enthauptete.“
[1] „Damals war es bereits nach Mitternacht gewesen, der Gurion-Airport inmitten von orangem Lichtgefunkel noch ein altes 60er-Jahre-Ungetüm, während aus dem Lautsprecher der Arkia-Maschine »Hallelujah« klang.“
[1] „In verwaschenen Jeans und mit orangem Sonnenhut steht Zuluaga an diesem Morgen vor der Schule, die er einst selbst besuchte.“
Übersetzungen:
Orange
Substantiv, f:

Worttrennung:
Oran·ge, Plural: Oran·gen
Aussprache:
IPA [oˈʁɑ̃ːʒə]
Bedeutungen:
[1] süddeutsch, österreichisch, schweizerisch; selten norddeutsch, mitteldeutsch: süßliche, orangefarbene Zitrusfrucht (Citrus sinensis)
[2] selten: bittere, aus Pampelmuse und Mandarine hybridisierte Zitrusfrucht (Citrus × aurantium)
Herkunft:
Das Wort Orange bezeichnet im Deutschen zwei Arten der ursprünglich aus Südostasien stammenden Zitrusgewächse: die süße Apfelsine (Citrus sinensis) und – wenngleich äußerst seltener – die Bitterorange oder Pomeranze (Citrus × aurantium). Um letztere geht es hier zuerst. Ihr Name stammt aus dem Altindischen. Das dort in den ersten Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung bezeugte sankritische Wort नारङ्ग ‚Bitterorangenbaum‘ geht allerdings vermutlich noch auf ein älteres drawidisches Wort zurück, von dem sich Reflexe, beispielsweise im Tamilischen in der Form நாரத்தை ‚A Mandarin orange [Citrus aurantium, L.]; the orange tree [Citrus aurantium]‘ und நாரம் ‚the lemon of citron‘, finden lassen.
Der arabische Gelehrte al-Masʿūdī berichtet, dass der indische Orangenbaum Anfang des 10. Jahrhunderts auf dem Seeweg über Oman am Persischen Golf in die arabische Welt gekommen sei. Das arabische Wort für die Frucht, نَارَنْج‎ (DMG: nāranǧ) →ar als Kollektivum und نَرَنْجَة‎ (DMG: naranǧa) →ar als Nomen unitatis, ist aber wohl über das persische نَارَنْگ‎ (DMG: nāräng) → fa ins Arabische gelangt. Zuerst belegt ist es in Gedichten des Baġdāder Prinzen ʿAbd Aḷḷāh bin al-Muʿutaz, der die Orange mit den Wangen junger Mädchen oder mit einem goldenen Poloball vergleicht.
Der Baum wurde bald im gesamten islamisch dominierten Mittelmeerraum kultiviert. Der Orangengarten neben der Moschee von Córdoba, der auch heute zu besichtigen ist, soll Ende des 10. Jahrhunderts angelegt worden sein. In Sizilien ist die Bitterorange Mitte des 12. Jahrhunderts belegt bei ʿAbd ar-Raḥmān al-Aṭrābanišī, der am Hof des Normannenkönigs Roger Ⅱ. in Palermo lebte. Am meisten geschätzt wurde die Orange offenbar als Element der Gartengestaltung; in herrschaftlichen Gärten wurde der Baum aus dekorativen Gründen und wegen des Dufts seiner Blüten angepflanzt. Aber auch in der Küche wurde die Frucht verwendet, wenn auch vermutlich weniger als die verwandte Zitrone: Man legte sie in Sirup ein und benutzte den Saft als Zutat zu verschiedenen Gerichten sowie zur Bereitung von Getränken.
Die westlichen Europäer haben Baum und Frucht in Sizilien, im islamischen Spanien und auf den Kreuzzügen in Palästina kennen gelernt. Wie ihr Name sich ausgebreitet hat, ist nicht sicher geklärt. Ausgangspunkt scheint Sizilien zu sein, wo er spätestens 1170 in der mittellateinischen Form arangia auftaucht; ein italienisches arancio für den Baum ist Anfang des 14. Jahrhunderts belegt. Der Vergleich mit gleichzeitig existierenden oberitalienischen Dialektformen wie venezianisch naranza zeigt, dass das n- des Anlauts offenbar für den Auslaut des unbestimmten Artikels gehalten worden war (*un narancio > un arancio) und deshalb wegfiel.
Allerdings belegt bereits Ibn Hišām al-Laḫmī († 1182) in seiner المدخل الى تقويم اللسان وتعليم البيان‎ (DMG: al-madḫalu ilạ̄ taqwīmi 'l-lisāni wa-taʿlīmi 'l-bayāni)  ‚Einführung in die Richtigstellung der Sprache und die Lehre der Redekunst‘ die im Volksmund gebräuchliche Form آرَنْج‎ (DMG: āranǧ) →ar für das Andalusische Arabisch, was die Frage aufwirft, ob das mittellateinische arangia nicht auch direkt aus dem Arabischen entlehnt worden sein könnte.
Aus geographischen Gründen liegt es nahe anzunehmen, dass der Name übers Provenzalische (arange in Avignon 1373) ins Französische (orenge 1393) gelangt ist. Allerdings ist schon 1200 pume orenge im normannisch-französischen Dialekt in England bezeugt; das 1314 bezeugte altfranzösische pomme d’orenge ist wohl eine Übersetzung von italienischem melarancia. Auffällig ist das anlautende o- in den französischen Formen. Es ist vermutlich entstanden durch volksetymologische Anlehnung an die südfranzösische Stadt Orange (altfranzösisch Orenge), über die angeblich Früchte importiert wurden. Ob auch eine Anlehnung an französisch orGold‘ dabei schon eine Rolle gespielt hat, ist ungewiss. Deutlich wird der Einfluss der Farbe Gold jedoch in der Renaissance und im Barock, wo die Bitter- und später die Süßorangen mit den goldenen Äpfeln der Hesperiden aus den griechischen Sagen identifiziert wurden, was zu der an lateinischem aurumGold‘ angelehnten neulateinischen botanischen Bezeichnung Citrus aurantium für die Bitterorange führte.
Im Deutschen findet sich der Name Mitte des 14. Jahrhunderts (1350) in einer Naturgeschichte in der aus dem Italienischen entlehnten spätmittelhochdeutschen Form arans: „Der paum arans […] Die öpfel die dä haizent aranser von dem paum arans.“ Seit dem 15. Jahrhundert ist die frühneuhochdeutsche Bezeichnung pomerantz(e) und ähnliche (aus mittellateinischen Formen wie unter anderem pomerancia über italienisches pomarancia ‚Orangenapfel‘) belegt, aus der im Neuhochdeutschen schließlich Pomeranze wurde. Die Frucht selbst war zumindest in Deutschland kaum verbreitet; sie gelangte, wie die Zitrone, nur als teures Luxusobjekt aus Italien oder Spanien nach Norden.
Eine neue Situation entstand im 16. Jahrhundert durch die portugiesischen Entdeckungs- und Eroberungsreisen nach Asien. Zuerst wohl aus Indien, wo sie von dem arabischen Reisenden Ibn Baṭṭūṭa im 14. Jahrhundert erwähnt wird, dann aus Südchina importierten die Portugiesen die Pflanze und Frucht der Süßorange. Nach ihnen wurde sie in Italien auch portogallo und von dort im Osmanischen Reich arabisch بُرْتُقَال‎ (DMG: burtuqāl) →ar , türkisch portakal, neugriechisch πορτοκάλι genannt. In West- und Mitteleuropa dagegen erfolgte die Bezeichnung eher nach der Herkunft, so im Botanikerlatein Citrus sinensis, im Englischen China orange sowie im Niederländischen appelsien und sinaasappel. Die Frucht gelangte nun häufig über Amsterdam in norddeutsche Häfen wie Hamburg und wurde dort nach der älteren, heute nur noch mundartlichen, niederländischen Form appelsina niederdeutsch Appelsina genannt. Hochdeutsch setzte sich dann in Nord- und Mitteldeutschland die Form Apfelsine durch. Allerdings erscheint durch Vermittlung von niederländischem oranjeappel im 17. Jahrhundert bereits die Form Oranienapfel in Norddeutschland. Im Süden Deutschlands dagegen wurde, wohl im Zuge der Mode der Orangerien, um 1700 aus dem Französischen die Bezeichnung Orange übernommen, die inzwischen auch auf die Süßorange übergegangen war. So begegnet etwas später dann auch dort das Kompositum Orangenapfel (nach französischem pomme d’orange). In der Folgezeit wurde die Orange/Apfelsine vor allem als Dessertfrucht und, etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, als vitaminreicher Saftspender wichtig.
Synonyme:
[1] Süßorange
[1] norddeutsch, mitteldeutsch: Apfelsine
[1] veraltet: Chinaapfel
[2] Bitterorange, Pomeranze
Gegenwörter:
[1] Clementine, Grapefruit, Mandarine, Zitrone
Beispiele:
[1] In Europa werden die Orangen im Dezember und Juni geerntet.
[1] „Oder beim Nachtisch, Äpfel und Orangen mit Messer und Gabel schälen, das war nichts für ihn, er schmiß das Besteck einfach weg.“
[1] „Er besaß Latifundien nicht nur im Grasser Raum, wo er Orangen, Öl, Weizen und Hanf anbauen ließ, sondern auch bei Vence und gegen Antibes zu, wo er verpachtet hatte.“
[1] „Es dauerte lange, sehr lange, bis ihn ein Kunde mit ein paar Orangen in einer Plastiktüte aus seinen Gedanken riss.“
[1] „Sie aßen die Orangen, schwammen und wanderten wieder.“
[2] „Nach Risso fasst man als botanisch selbständige Arten der Orangen 1) die bittere Orange, Pomeranze […] und 2) die süsse Orange, Apfelsine […] auf. “
Übersetzungen: Substantiv, n:

Worttrennung:
Oran·ge, Plural 1: Oran·ge, Plural 2: Oran·ges
Aussprache:
IPA [oˈʁɑ̃ːʃ]
Bedeutungen:
[1] Name eines Abschnitts (zwischen Rot und Gelb) im sichtbaren Bereich (Licht) des Spektrums der elektromagnetischen Wellen, Malfarbe, Streichfarbe
Gegenwörter:
[1] Weiß; Blau, Braun, Gelb, Grau, Grün, Magenta, Rosa, Schwarz, Türkis, Violett, Zyan
Beispiele:
[1] Der Pullover war in einem angenehmen Orange.
[1] „Sie starrte feindselig auf den Hochhauskaktus Manhattans, der zu Riesenmaßen wuchs, statt zu menschlichen abzunehmen; mit Neugier betrachtete sie die Fährboote, die neben dem Überseeschiff das new yorker Hafenbecken ausmaßen, mehrstöckige Häuser von blau abgesetztem Orange, rasch laufend wie die Feuerwehr.“
[1] „Jetzt schminkt Louise sie mit rotem Lippenstift und blauem Lidschatten, auf ihre Wangen tupft sie ein ins Orange gehendes Rouge.“
Übersetzungen:


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