Scheusal
Substantiv, n:

Worttrennung:
Scheu·sal, Plural: Scheu·sa·le
Aussprache:
IPA [ˈʃɔɪ̯zaːl]
Bedeutungen:
[1] ekelerregende, abstoßende Person
[2] schreckliches Tier, Ungeheuer, Bestie
[3] altertümlich allgemein: alles, was Abscheu oder Entsetzen erregt, sowohl in physischer wie moralischer Beziehung
[4] altertümlich: Schreckbild, Popanz, Scheuche
Herkunft:
mittelhochdeutsch schiuwesal, frühneuhochdeutsch (15. Jahrhundert) schusel, Ableitung zu Scheu oder zu scheuen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -sal. Altertümlich lat. mit terriculum = ‚Schreckbild‘ übersetzt (Stieler 1765) – im wörtlichen Sinn, wie Scheuche in Vogelscheuche zu verscheuchen, dann monstrum = ‚Ekelhaftes‘ (Georges 1911), mit ScheuEkel‘ in dem Sinne wie in Abscheu; die figurative Einschränkung auf Lebewesen ist modern, heute ist der Ausdruck speziell für Personen weitaus vorherrschend
Synonyme:
[1, 2] Monster, Monstrum
[1] Unhold, Unmensch, Widerling
[2] Bestie, Ungeheuer, Ungestüm, Ungetier, Untier
Beispiele:
[1] „Molières Geizkragen ist ein wahres Scheusal, egoistisch, gierig, herzlos“
[1] „Das kleine Scheusal von vorhin war wie weggezaubert, in alle Winde geblasen, weggelacht, zur reizvollsten Häßlichkeit zerlacht, die man sich nur wünschen konnte.“
[2] „Lieber Gott, die Katzen, Schlangen und sonstigen Scheusale, die Dir bei der Schöpfung so zwischen den Fingern durchgeschlüpft sind […]“ (Hebbel 1891)
[3] „Machet eure Seele nicht zum Scheusal“ (3. Buch Mose 11,43 LUT ↗)
[4] „was wunders schafft gott in die welt,/ solch ungeziefer drin erhelt!/ mit hunden solt man sie auszhetzen,/ zum scheutzel in die bohnen setzen.“ (Waldis: Esop 4, 7, 100, 1548)
Übersetzungen:


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