stolz
Adjektiv:

Worttrennung:
stolz, Komparativ: stol·zer, Superlativ: am stol·zes·ten
Aussprache:
IPA [ʃtɔlt͡s]
Bedeutungen:
[1] seiner Fähigkeiten und Leistungen bewusst und erfreut darüber, im Selbstgefühl gestärkt
[2] eingebildet, hochnäsig, viel Selbstbewusstsein besitzend, auf hohem Ross
[3] erhebend, eindrucksvoll, außergewöhnlich
[4] groß, mächtig, beeindruckend
[5] umgangssprachlich: sehr hoch
[6] spröde, unnahbar, zurückhaltend
[7] veraltet: unartig, frech, ungehorsam
Herkunft:
Das Adjektiv stolz kommt nur im kontinentalen Westgermanischen (im engeren Sinne im Deutschen und im Niederländischen) vor und geht auf das althochdeutsche stolz (überheblich, hochfahrend) zurück. Im Mittelhochdeutschen existierte stolz mit den Bedeutungen ‚töricht‘, ‚übermütig‘, ‚prächtig‘ und ‚staatlich‘. Das mittelniederdeutsche stolt stand für ‚ritterlich‘, ‚standesbewusst‘, und ‚vornehm‘. Weitere verwandte Formen sind das mittelniederländische und niederländische stout (kühn) sowie das altfriesische stult (stolz). Die beiden Letztgenannten stellen sich als Ablautbildungen zu Vorformen von Stelze dar. Hieraus ergibt sich, dass die ursprüngliche Bedeutung von stolz ‚steif aufgerichtet‘ gewesen sein kann.
Andere Ansichten gehen dahin, im althochdeutschen stolz ebenso wie im altfranzösischen estout aus dem lateinischen stultus (dumm, albern) hervorgegangene Formen zu sehen, oder eine Herkunft aus dem Germanischen zum Beispiel über das altniederfränkische *stolt anzunehmen. Die Entlehnung aus dem lateinischen stultus würde indessen eine äußerst ungewöhnliche Wandlung der Bedeutung erfordern.
Synonyme:
[1] erfolgssicher, selbstbewusst, selbstsicher, siegessicher, hehr
[2] anmaßend, arrogant, aufgeblasen, dünkelhaft, eingebildet, herablassend, hochmütig, hochnäsig, ichbewusst, selbstgefällig, selbstüberzogen, wichtigtuerisch, überheblich
Gegenwörter:
[1] bescheiden, sich schämend
[5] günstig
Beispiele:
[1] „Ausgerechnet Neuseeland, dessen Einwohner sich nach einem flugunfähigen Vogel stolz Kiwis nennen, hat sich diesem ungewöhnlichen Flugsport verschrieben.“
[1] Die bestandene Prüfung machte ihn sehr stolz.
[1] Der stolze Vater gab auf die Geburt seiner Tochter einen aus.
[2] Annette ist viel zu stolz, um sich zu entschuldigen.
[3] Als sie für ihr Land den Sieg holte, war es ein stolzer Augenblick.
[3] Dieser stolze Augenblick wird ewig im Gedächtnis unseres Landes bleiben.
[4] Der Eiffelturm ist ein stolzes Gebäude.
[4] Die „Queen Mary II“ ist ein stolzes Schiff.
[5] Für dies einfache Hemd ist das ein stolzer Preis.
[6] Das Herz der stolzen Jungfrau kann niemand gewinnen.
[7] Dies ist ein stolzes Kind. Es treibt den ganzen Tag nur Schabernack.
Redewendungen:
[1] stolz wie Oskar
[2] stolz wie ein Pfau
Übersetzungen:
Stolz
Substantiv, m:

Worttrennung:
Stolz, kein Plural
Aussprache:
IPA [ʃtɔlt͡s]
Bedeutungen:
[1] Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein
[2] Gegenstand oder Person des gehobenen Selbstwertgefühls
[3] übergroße Selbstzufriedenheit (in der katholischen Theologie eine der sieben Todsünden)
Beispiele:
[1] Sein Stolz erlaubt es nicht, Spenden anzunehmen.
[1] „Aber ein wenig Stolz ist damals doch mitgeschwungen in Jakobs Spöttelei…“
[2] Sein selbst gebautes Boot ist all sein Stolz.
[3] „Ein anderer stellt sich in überheblichem Stolz über alle anderen; er nützt seine Position aus und wird zum Tyrannen. Ein dritter schließlich verliert in falschem Vertrauen zu sich selbst das Vertrauen zu allem, auch zu Gott.“
Übersetzungen:


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