acht
Numerale: Worttrennung:
acht, ach·te
Aussprache:
IPA [axt]
Bedeutungen:
[1] die Kardinalzahl zwischen sieben und neun
[2] kurz für: „acht Uhr“ oder „zwanzig Uhr“
[3] kurz für: „acht Jahre alt
[4] mit zu: mit einer Gruppe aus acht Individuen etwas machen
Herkunft:
von mittelhochdeutsch aht, althochdeutsch ahto, von indoeuropäisch.
Synonyme:
[2] acht Uhr, zwanzig Uhr
[3] achtjährig
Beispiele:
[1] Das Wort „achtzehn“ hat acht Buchstaben.
[2] Im Dezember geht die Sonne erst um acht auf.
[3] 1968 war ich acht.
[4] Zu acht umkreisten die Planeten das riesige Zentralgestirn.
Übersetzungen: Konjugierte Form: Worttrennung:
acht
Aussprache:
IPA [axt]
Grammatische Merkmale:
  • 2. Person Singular Imperativ Präsens Aktiv des Verbs achten

Acht
Substantiv, f, Zahl:

Worttrennung:
Acht, Plural: Ach·ten
Aussprache:
IPA [axt]
Bedeutungen:
[1] die natürliche Zahl zwischen der Sieben und der Neun; die Ziffer 8
[2] etwas, das der Form der Ziffer 8 ähnelt; schweizerisch, bundesdeutsch (ohne südostdeutsch) insbesondere: Verformung (eines Rades)
[3] umgangssprachlich scherzhaft: verschließbare, aus einem Metallring bestehende, aufklappbare Fesseln um die Handgelenke
[4] Spielkarte mit dem Wert 8
[5] umgangssprachlich: Verkehrsstrecke der Linie 8 eines öffentlichen Verkehrsmittels (Bahn, Straßenbahn, Bus oder dergleichen); öffentliches Verkehrsmittel (Bahn, Straßenbahn, Bus oder dergleichen) der Linie 8
[6] Figur, deren Form eine 8 darstellt
[7] etwas, das mit der Ziffer 8 (in einer Liste, Uhrzeit oder dergleichen) bezeichnet ist
Herkunft:
Substantivierung des Zahlworts acht
Synonyme:
[1, 2, 5, 6] Achter
[2] Seitenschlag
[2] schweizerisch: Achti
[3] Handschellen
[3] sondersprachlich (Gaunersprache): Brasselette
Beispiele:
[1] Die Acht ist der Nachfolger der Sieben.
[1] Die Zahl 88 besteht aus zwei Achten.
[1] „‹Also merke dir die Zahlen: drei, vier, fünf, am Schluß die Acht.› Krämer nickte.“
[1] „Aus Fünf und Sechs, So sagt die Hex, Mach Sieben und Acht, So ist’s vollbracht: Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins.“
[1] „Es war ein verwickelter und verwirbelter Zahlenhaufen, mehr als hundert Ziffern, und bald erkannte ich, eine Null war keine Null, und eine Sechs war keine Sechs, und eine Sieben war beinahe nie eine Sieben, und eine Zwei war eine Acht.
[2] „Oder wenn anklagend einer sein zu einer verschrumpelten Acht zusammengefahrenes Fahrrad hochhebt oder wenn gar, noch schlimmer, Rad und Mensch unter dem Wagen liegen, nur weil man nicht rechtzeitig abgestoppt oder voller Angst vielleicht Bremse und Gashebel verwechselt hat oder nicht daran dachte, daß man bei Glatteis nicht Caracciola spielen soll.“
[2] „Eine Wand war bemalt mit Motiven, die einer Acht glichen, durchbrochen von Ornamentbändern mit stilisierten Myrtenzweigen.“
[2] „Während sein eigenes Rad noch fahrbereit ist, zeigt das Vorderrad des Unfallgegners eine irreparable Acht, so dass es gänzlich auszubauen ist.“
[2] „Daran fehlen ein paar Speichen und die Felge ist so stark verbeult, das[s] Radfahrer von einer Acht sprechen.“
[3] „Da schlägt Torsten mit der Acht, die seine Hände zusammenhält, gegen die Wand.“
[3] „Ihr Handy in der Tasche piepte, und sie ging ein Stück beiseite, schaute zum Fenster hinaus auf den Hof, wo gerade zwei in der Acht geschlossene Frauen aus einem Polizeiauto gebracht wurden, eine der Frauen schrie und versuchte, eine Polizeibeamtin zu treten.“
[4] Die Acht sticht immerhin die Sieben.
[4] „Sie traten in das Kasino. […] ‚Hundert Mark auf die Acht.‘ Und er warf seinen Schein auf den Tisch.“
[4] „Carl Brenten erzählte auf dem Rückweg von kuriosen Spielen, die er gemacht, einen Pik ohne Fünfe, einen Null ouvert mit Sieben, Acht und – König.“
[4] „Aufgabe: Die Karten sollen so verlegt werden, daß in der 1. Reihe auf jedem Platz die Zweien, Fünfen, Achten und Buben in gleicher Farbe übereinander liegen.“
[4] „Der Hausmeister, durch seinen Stich wie gestochen, kam mit Karo Aß hinterher, ich mußte bedienen, Jan pfefferte die Zehn rein, Kobyella strich weg, zog den König, ich hätte stechen sollen, stach aber nicht, warf Kreuz Acht ab, Jan talgte, was er konnte, kam sogar ans Spiel mit Pique Zehn, da stach ich und verdammt, Kobyella mit Pique Bube drüber, den hatte ich vergessen oder dachte, den hätte Jan, aber Kobyella hatte, stach drüber und wieherte, natürlich jetzt Pique hinterher, ich mußte abwerfen, Jan talgte, was er konnte, dann endlich kamen sie mir mit Herzen, aber das half alles nix mehr: […].“
[5] „Wer mit der Linie 3 aus Mögeldorf kommt und in die ‚Acht‘ umsteigen will, sollte dies am Hauptbahnhof tun.“
[6] „Sie war im Begriffe zu antworten, als wir uns [beim Tanz] ſcheiden mußten die groſſe Achte zu machen, und mich duͤnkte einiges Nachdenken auf ihrer Stirne zu ſehen, als wir ſo vor einander vorbeykreuzten.“
[6] „Aber Melusine lachte nur und fuhr fort, Bogen zu schneiden, Achten zu ziehen und sich mit halb erhobenen Armen und herabhängenden Händen zu den Walzertakten, die sie trällerte, zu wiegen.“
[6] „Die Schüler laufen diagonal in der Form einer Acht ([…]).“
[6] „Auf dem Weg zur Bahn patrouillieren radfahrende Landjäger, sie fahren wie Kunstfahrer kleine Bögen und graziöse Achten, auf dem Bahnsteig schreite ich eine Ehrenkompagnie schwerbewaffneter Gendarmen ab.“
[6] „Er ging in Achten um die Sessel rum.“
[6] „Es schlägt mit Hals und Kopf nervös eine Acht.
[7] „Von der Jerusalemer Kirche schlug es Acht.
[7] „Ich habe seit Acht auf Dich gewartet.“
[7] „Er hatte sie ‚in die Acht‘ geladen – in den achten Stock der Berliner Regierungszentrale.“
[7] „Der Flüchtlingspolitiker Hakan Tas hat mit der Acht einen sicheren Listenplatz bei der Linken.“
Redewendungen:
[2] salopp: eine Acht bauen
[5] umgangssprachlich: nasse Acht
Übersetzungen: Substantiv, f, Ächtung:

Worttrennung:
Acht, kein Plural
Aussprache:
IPA [axt]
Bedeutungen:
[1] historisch (Mittelalter): (durch Rechtsspruch als weltliche Strafe gegenüber einer Person erteilte) Verwehrung des Rechtsschutzes (wodurch diese vogelfrei wird)
[2] übertragen: Ausschluss aus einer Gemeinschaft; Verurteilung (als gemeinschaftsfeindlich)
Herkunft:
Das Wort geht über die mittelhochdeutschen Formen āhte / āht, æhte auf die seit dem 11. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche Form āhta ‚(durch Rechtsspruch angeordnete) Verfolgung, Friedlosigkeit‘ zurück. Diese Formen lassen sich wie mittelniederdeutsches achte, mittelniederländisches achte, altfriesisches acht / achte und altenglisches ōht auf eine (nicht überlieferte) westgermanische Ausgangsform zurückführen, die *āhtō f gelautet haben und womöglich aus einer älteren Form *anhtō hervorgegangen sein müsste.
Dudens Herkunftswörterbuch zufolge sei das Wort verwandt mit altirischem échtTotschlag aus Rache‘ und somit ein den Kelten und Germanen gemeinsames Wort, dessen weitere Herkunft jedoch dunkel ist. Pfeifer spricht hierzu nicht von Verwandtschaft, sondern meint, es ließe sich mit irischem ēcht ‚Totschlag (aus Rache)‘ verknüpfen. Kluge formuliert noch vorsichtiger und hält zunächst allgemein fest, dass das Wort außergermanisch mit einer Reihe von lautlich und semantisch ähnlichen Wörtern verglichen werden kann, der Zusammenhang in allen Einzelfällen jedoch unsicher und unklar sei: Einerseits lasse es sich ihm zufolge vergleichen mit altirischem écht, dessen Bedeutung er mit ‚Mord, Totschlag‘ sowie ‚Erschlagener‘ angibt, dabei jedoch einwirft, dass es auch antizipatorisch gebraucht werden könne, und er das Wort letztlich auf eine erschlossene Ausgangsform *anktu- zurückführt, sowie mit hethitischem ? ‚Seuche, Tod‘, das auf eine indoeuropäische Ausgangsform *henk- zurückgehe. Andererseits sei es vergleichbar mit griechischem ἀνάγκη, altirischem éicen und kymrischem angenZwang, Notwendigkeit‘ sowie lateinischem necesseunausweichlich, unumgänglich, unabänderlich, notwendig, erforderlich‘. Pfeifer merkt hierzu an, dass außerhalb des Westgermanischen und Keltischen weitere Verwandte nicht mit Sicherheit feststellbar seien, sodass die Herkunft des Wortes ungeklärt bleibt.
Synonyme:
[2] Ächtung, Verfemung
Beispiele:
[1] „Der Kaiſer verſaͤumte nicht, den Pfalzgrafen Caſimir mit Acht und Aberacht zu bedrohen, und Abmahmahnungsſchreiben an ſeine Truppen zu erlaſſen, die doch in der That zuletzt die Aufloͤſung des pfaͤlziſchen Heeres bewirkten.“
[1] „Hin und wieder wurde vermittelt und beraten, aber keine Verſtaͤndigung erzielt, worauf der Kaiſer endlich uͤber die hartnaͤckige Stadt die Acht verhaͤngte und den Herzog von Bayern zum Vollſtrecker derſelben erklaͤrte.“
[1] „Den hat der Kaiſer in allen Städten auf Gaſſen und Plätzen in die offene Acht ausblaſen laſſen, ich kenn’ ihn nicht – ich bin der Hauptmann Glasäpflein – hab’ keinen andren Namen – jetzt – wieder hat’s einer gerufen: ‚Wildgraf am Rhein!‘“
[1] „Durch die Lösung von der Acht erhielt der einstmals Geächtete seine volle bürgerliche Stellung und auch sein Vermögen wie vor der Acht wieder.“
[1] „Noch ein Jahr zuvor verließen der Heidelberger und der sächsische Kurfürst mit der als Protestation bezeichneten Aktion den Reichstag von Speyer, als der Kaiser Luther mal wieder in die Acht nehmen wollte.“
[2] „Jetzt verhängt, wie Dr. Robert mitteilt, auch der Reichstheaterrat angeſichts jener Inſzenierung die Acht über ihn.“
[2] „Seither tickt im ‚Runden Eck‘ eine Zeitbombe für die DDR – tonnenweise Belege für die Jahrzehnte flüssiger Zusammenarbeit der verschiedensten gesellschaftlichen Kräfte mit der in Acht und Bann geratenen Repressionsbehörde.“
Redewendungen:
[1] jemanden in Acht und Bann tun/jemanden in Acht und Bann erklären
[1] jemanden in die Acht erklären/jemanden in die Acht tun
Übersetzungen: Substantiv, f, Beachtung:

Worttrennung:
Acht, kein Plural
Aussprache:
IPA [axt]
Bedeutungen:
[1] veraltet: Aufmerksamkeit, Beachtung; Fürsorge
Herkunft:
Das Wort geht über die mittelhochdeutschen Formen ahte / aht auf die seit dem 8. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche Form ahtaÜberlegung; Meinung; Ansehen‘ zurück. Diese Formen lassen wie mittelniederdeutsches achte / acht, mittelniederländisches achte / acht, altfriesisches achte und altenglisches eaht / aht / æht / eht eine (nicht überlieferte) westgermanische Ausgangsform *ahtō fBeachtung (und dergleichen)‘ annehmen. Das hierzu verwandte, nicht mit einem Dental erweiterte gotische 𐌰𐌷𐌰 ‚Sinn, Verstand‘ lässt eine (erschlossene) germanische Verbalwurzel *ah-denken, meinen‘ erkennen. Somit wären die erstgenannten Formen t-Erweiterungen eines (erschlossenen) germanischen Stammes *ah-. Wegen der wenig prägnanten Lautform ist die weitere Herkunft unklar: Kluge meint, dass für die t-Bildungen ein Anschluss an die Sonderbedeutung ‚wiegen, erwägen, wägen‘ bei der (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzel *aǵ-bewegen, treiben‘ erwogen werden könnte, doch müssten dann die Bildungen ohne t abgetrennt werden. Auch wäre ihm zufolge ein möglicher Anschluss an die (erschlossene) indoeuropäische Wurzel *aḱ-scharf, spitzig‘ (vergleiche »Ecke«) mit übertragener Bedeutung denkbar.
Außergermanische Beziehungen sind unsicher: Ob sich die germanische Gruppe mit außergermanischen Formen wie griechisches ὄκνος ‚Zaudern, Zögern, Bedenklichkeit; Scheu‘ und ὀκνέω ‚zaudern, zögern, Bedenken tragen‘, tocharisches 𑀆𑀓𑀲- ‚wach sein#Hilfsverb|sein‘ verbinden und der (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzel *ok-überlegen‘ zuordnen lässt, ist, Pfeifer zufolge, nicht mit Sicherheit zu erweisen. Kluge meint, dass zu einer Ausgangsbedeutung ‚(hoch) achten‘ griechisches ὄκνος an sich semantisch sehr gut passe, doch stimme das nicht zum sonstigen Bedeutungsumfang der germanischen Wörter. Ihm zufolge könne hierbei ein sekundärer Zusammenfall der letztgenannten indoeuropäischen Wurzeln *aḱ-spitzig, scharfsinnig‘ und *ok-scheuen‘ erwogen werden.
Beispiele:
[1] „Der Kleine widerſtrebte, ſteif und unbeweglich, indes er an der Mutter vorbeiſtarrte, gerade hinaus mit offenen, tränenvollen Augen, den Mund vom Weinen zuckend, ohne Acht auf die ſtreichelnden Hände.“
[1] „Worüber ist das Buch: sagt Marie endlich, ohne Acht für Unhöflichkeit und Benehmen im Restaurant gegen Fremde.“
[1] „Dabei bleibt jedoch die Zeitstruktur, die notwendige Momenthaftigkeit, außer Acht.
Redewendungen:
[1] etwas außer Acht lassen/selten: etwas aus der Acht lassen, etwas außer aller Acht lassen
[1] etwas in Acht nehmen
[1] sich in Acht nehmen
Übersetzungen:


Dieser Text ist aus der Wiktionary und ist unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 license | Terms and conditions | Privacy policy 0.050
Deutsch Wörterbuch