bieder
Adjektiv:

Worttrennung:
bie·der, Komparativ: bie·de·rer, Superlativ: bie·ders·ten
Aussprache:
IPA [ˈbiːdɐ]
Bedeutungen:
[1] veraltend (einzige Bedeutung bis zum Vormärz): anständig, ehrlich, ehrbar, moralisch integer
[2] sich engstirnig an gesellschaftliche Regeln haltend, sehr darauf bedacht, als anständig zu gelten und nicht unangenehm aufzufallen, dabei vielleicht auch zu einfältig, zu naiv, treuherzig
[3] Kleidung, Frisur, Einrichtung usw.: eine Lebenseinstellung wie in der Bedeutung [2] ausdrückend
Herkunft:
mittelhochdeutsch: biderbe, althochdeutsch: pidarpi, piderpi, biderbi, verwandt mit Bedarf und bedürfen, also „(ein Mensch,) wie man ihn braucht“ (daher noch „sich anbiedern“), noch bis ins 19. Jahrhundert erscheint (altertümelnd) biderb.
Synonyme:
[1] anständig, ehrlich, ehrbar, rechtschaffen, redlich, wacker, integer, unbescholten
[2] wohlanständig, kleinbürgerlich, kleinkariert, treudoof
[2, 3] spießbürgerlich, spießig, konservativ, brav, kreuzbrav, hausbacken
Gegenwörter:
[1] gemein, niederträchtig, verkommen, verderbt, verdorben, korrupt, verschlagen, verlogen, ruchlos
[2, 3] eigenwillig, unkonventionell, schrill, schräg, flippig, skurril, exzentrisch, verrucht
[3] kess, keck, frech, gewagt
Beispiele:
[1] Er war ein wackerer und gutmüthiger Mann, bieder und tapfer
[2] Wenn es um den Hund geht, werden biedere Bürger zu Schlägern.
[2] In "Breaking Bad" ging es um einen biederen Lehrer, der zum Drogenkoch und Schwerstkriminellen wird.
[3] So eine Frisur hätte ich ihr gar nicht zugetraut, sie sah doch sonst immer so bieder aus!
Übersetzungen:


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