blau
Adjektiv:

Worttrennung:
blau, Komparativ: blau·er, Superlativ: am blaus·ten, blau·es·ten
Aussprache:
IPA [blaʊ̯]
Bedeutungen:
[1] eine bunte Farbe, im Spektrum eine relativ kurzwellige Farbe zwischen grün und violett; Grundfarbe vieler Farbmodelle, insbesondere eine der drei Grundfarben des digitalen RGB-Farbraums
[2] umgangssprachlich: betrunken
[3] medizinisch, umgangssprachlich: zyanotisch, bläuliche Färbung der Haut, wenn sie mit zu wenig sauerstoffreichem Blut versorgt wird
[4] indekliniertes Adjektiv, nur attributiv dem Substantiv nachgestellt: Zubereitungsart von Fisch
Herkunft:
Geht zurück auf mittelhochdeutsches blā, blāwes und althochdeutsches blāo, blāw mit Bedeutung blau[1], diesem stehen viele germanische Farbwörter nach Form und Bedeutung nahe. Weitere verwandte Worte aus dem westeuropäisch-indogermanischen Sprachbereich, etwa lateinisch flavus = goldgelb, weichen nach Bedeutung teils stärker ab. Man führt blau letztlich auf eine indogermanische erschlossene Wurzel *bhel zurück.
Die übertragenen Verwendungen sind etymologisch oft nicht geklärt. blau = betrunken soll dadurch motiviert sein, dass es dem Betrunkenen blau (heutiger Ausdruck: schwarz) vor Augen werde. Für den blauen ( = arbeitsfreien) Montag und blau machen = sich von der Arbeit drücken werden mehrere, aber keine letztlich schlüssigen Erklärungen genannt.
Synonyme:
[2] besoffen, betrunken, voll, zu, benebelt, angesäuselt, einen Affen haben
[3] zyanotisch
Gegenwörter:
[2] nüchtern
[3] fit, topfit
[4] gebraten, gegrillt
Beispiele:
[1] Eine Frage die sich mir schon seit Jahren stellt. Wenn man sich im Web umsieht, sind ca. 90% der Designs immer und immer wieder blau.
[2] Der Seemann ist schon wieder blau und passt damit in ein abgedroschenes Klischee.
[2] „Ich bin der letzte Kunde, ich komm' nicht los vom Hahn.
Vor einer Viertelstunde fuhr meine letzte Bahn.
Vor einer Viertelstunde ging meine letzte Frau.
Ich bin der letzte Kunde und immer noch nicht blau.“
[3] „Je enger die Ausstrombahn der rechten Herzkammer ist, desto stärker wird das Kind blau sein, da mehr sauerstoffarmes Blut von der rechten Herzkammer direkt in die Körper-hauptschlagader fließt (Rechts-Links-Shunt).“
[3] „Zentrale und periphere Zyanose lassen sich klinisch durch kräftiges Reiben der Ohrläppchen unterscheiden. Bei der zentralen Zyanose bleibt das Ohrläppchen blau gefärbt, während sich das Ohrläppchen bei der peripheren Zyanose durch das Reiben (Hyperämie) wieder rötet.“
[3] „Blaue Lippen sind nicht nur ein Zeichen von Kälte und Frieren, sondern für einen Sauerstoffmangel.“
[4] Möchten Sie Ihre Forelle blau oder nach Müllerin Art?
Redewendungen:
blau machen – nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen
blauer Dunst – Pfeifenrauch, Zigarrenrauch, Zigarettenrauch
blauer Fleck – Hämatom
blaues Auge – Hämatom ums Auge
blaues Blut haben – adeliger Abkunft sein
grün und blau schlagenverprügeln
das Blaue vom Himmel versprechen – uneinhaltbare Versprechen machen
das Blaue vom Himmel herunter lügen
blauer Montag – arbeitsfreier erster Wochentag
blaue Stunde
mit einem blauen Auge davonkommen
sein blaues Wunder erleben
Übersetzungen: Konjugierte Form: Worttrennung:
blau
Aussprache:
IPA [blaʊ̯]
Grammatische Merkmale:
  • 2. Person Singular Imperativ Präsens Aktiv des Verbs blauen

Blau
Substantiv, n:

Worttrennung:
Blau, Plural 1: Blau, Plural 2: Blaus
Aussprache:
IPA [blaʊ̯]
Bedeutungen:
[1] blauer Farbton, ein bestimmter Abschnitt des sichtbaren Lichts im Spektrum der elektromagnetischen Wellen, Malfarbe, Streichfarbe
Herkunft:
Substantivierung des Adjektivs blau durch Konversion
Gegenwörter:
[1] Weiß, Braun, Gelb, Grau, Grün, Magenta, Orange, Rosa, Rot, Türkis, Violett, Zyan
Beispiele:
[1] Sie waren überwältigt vom tiefen Blau des Himmels.
[1] Das Blau der Hose ist mir ein bisschen zu dunkel.
[1] René ist doch der Farbtopf mit Blau von der Leiter gefallen.
[1] „Es wird aber allein um das Blau und seine Bedeutungen gehen.“
[1] „Und dann beginnt das reine melancholische erste Blau des Morgens.“
Redewendungen:
[1] ins Blaue
Übersetzungen:


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