der Zahn der Zeit
Redewendung: Worttrennung:
der Zahn der Zeit
Aussprache:
IPA [deːɐ̯ ˈt͡saːn deːɐ̯ ˈt͡saɪ̯t]
Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich: zerstörende Kraft der Zeit, die den Verfall und die Abnutzung bewirkt
Herkunft:
Diese besonders im 18. Jahrhundert häufig gebrauchte Metapher findet sich schon bei antiken Autoren in ähnlicher Form. Verbreitung fand sie durch Shakespeares Stück »Maß für Maß« (im englischen Original: the tooth of time). Die Textstelle lautet:
„Oh your desert speaks loud, & I should wrong it
To locke it in the wards of couert bosome
When it deserues with characters of brasse
A forted residence 'gainst the tooth of time,
And razure of obliuion: […]“
„O! Solch Verdienst spricht laut; ich tät ihm Unrecht,
Schlöss ich’s in meiner Brust verschwiegne Haft,
Da es verdient, mit erzner Schrift bewahrt
Unwandelbar dem Zahn der Zeit zu trotzen.“
Beispiele:
[1] „Eure Ware ist ein Ladenhüter und wahrscheinlich mehr oder minder angenagt vom Zahn der Zeit.
[1] „Auch die kostspieligen Badeanlagen wurden vom Zahn der Zeit langsam, aber sicher zernagt.“
[1] „Denn an vielen brutalistischen Gebäuden nagt mittlerweile der Zahn der Zeit. Sie sind überwuchert, verwittert und weisen Baumängel auf. Außerdem zeigen sie starke Spuren der Vernachlässigung.“
[1] „Die Tempelstadt Angkor Wat aus dem zwölften Jahrhundert ist mit einzigartigen Reliefs bedeckt. Doch der Zahn der Zeit zerfrisst den Stein.“
[1] „Ein Problem: Auch wenn die Dokumente bereits 300 Jahre relativ gut überstanden haben – der Zahn der Zeit nagt auch an ihnen, trotz allerschonendster Aufbewahrung.“
[1] „Bildsprünge und Risse sind untrügliche Anzeichen dafür, dass der Zahn der Zeit auch vor Zelluloid nicht halt macht. Um altes Filmmaterial vor dem Zerfall zu erhalten, wird verstärkt digital gearbeitet.“
Übersetzungen:


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