flott
Adjektiv (auch adverbiell verwendet):

Worttrennung:
flott, Komparativ: flot·ter, Superlativ: am flot·tes·ten
Aussprache:
IPA [flɔt]
Bedeutungen:
[1] mit hoher Geschwindigkeit
[2] modisch schick und lässig
[3] von leichter, unbeschwerter, nicht ganz konventioneller Haltung
[4] von Schiffen: bewegungsfähig, nicht festliegend
Herkunft:
zu Flotte und Floß, aus der Seemannssprache, mittelniederdeutsch an vlot bringenfahrbereit machen“, niederländisch vlotschwimmfähig“, jünger niederdeutsch flotschwimmend, fließend“, seit dem 17. Jahrhundert hochdeutsch, in der Studentensprache vom ursprünglichen Sinn „obenauf schwimmend“ zum übertragenen Sinn „lebensfroh, munter“ mit allgemeiner Verbreitung im 18. Jahrhundert
[2], [3] Jugendsprache der 1960er Jahre
Gegenwörter:
[1] langsam
[2] altbacken, unmodisch
[3] ernsthaft, grüblerisch, konventionell
Beispiele:
[1] Er fährt ein flottes Auto.
[1, 3] „Gerne hätte ich mich von Extrembergsteigern der Küstenwache retten lassen, aber dann musste ich mit ansehen, wie ein greises Pärchen an uns vorüber zu Tal schritt, rüstig und flott, mit Kraxelstöcken und völlig schwindelfrei.“
[2] Er hat sich einen flotten Mantel gekauft.
[3] „Er sei flott und gescheit, manisch, cholerisch und ein bisschen größenwahnsinnig, sagen die, die für ihn arbeiten.“
[4] Das Schiff ist endlich wieder flott.
Übersetzungen:
Flott
Substantiv, n:

Worttrennung:
Flott, kein Plural
Aussprache:
IPA [flɔt]
Bedeutungen:
[1] etwas, das an der Oberfläche eines Gewässers oder einer Flüssigkeit im Allgemeinen schwimmt
[2] Geflecht von Wasserlinsengewächsen (Lemnoideae), das als feiner grüner Schwimmteppich die Oberfläche von Seen und Teichen bedeckt
[3] an der Angelschnur befestigter Schwimmkörper
[4] fettreicher Teil der Milch, der beim Stehenlassen eine obere Phase bildet
[5] Haut auf gekochter Milch
Herkunft:
Entlehnung aus dem Niederdeutschen, worin es seinerseits ein Erbwort aus dem mittelniederdeutschen vlot ist; Näheres siehe »flott«
Synonyme:
[2] Entengrieß, Entengrün, Entengrütze
[2] norddeutsch: Entenflott
[3] Floß, Pose, Schwimmer
[4] Deutschland (Nordwestdeutschland ausgenommen), Österreich, Schweiz: Rahm
[4] Deutschland (Südostdeutschland ausgenommen): Sahne
[4] Mittelostdeutschland: Schmant
[4] Südostdeutschland, Ostösterreich: Obers
[4] Schweiz: Nidel
[5] Milchhaut
[5] umgangssprachlich: Pelle
[5] Nordostdeutschland, Westmitteldeutschland: Schmant
Beispiele:
[2] „Wir standen heute am Entenpfuhl, friedlich fischte das Gefieder nach dem grünen Flott zu unsern Füßen, ein erquickender Landregen fiel sanft vom grauen Himmel, der Freiherr erzählte mir eine seiner sinnigen Geschichten, wie er vorlängst durch ein Senfpflaster, auf das Haupt gelegt, und dessen Ziehkraft sich ein ausgefallenes Bein wieder eingerenkt habe – mein Busen wurde so weit, mir wurde so wohl und so weh, so – so – Dumme Störung! Da werde ich gerufen, um Speck auszugeben.“
[3] „Kein Fisch biß, und das Flott stak zum Spott geruhig, ohne Zuck und Ruck, fest in seinem mattblanken Bleigrund von schmutziger Himmelsspiegelfläche.“
[3] „Das Flott zuckelte heftiger und tauchte unter. Egon ruckte an der Rute und fühlte den Fisch, es war ein winziger Barsch, der erschrocken Kiemen und Rückenstachel spreizte.“
[4] „Wenn man aber das Flott in das Butterfaß gegossen ‚un sleitt denne mit dem Stocke, dar me midde bottert, drei Mal en Krutze darover und segent dat im namen des vaders usw., so kann he keine Botter darut kriegen.[…]‘“
[4] „War der große »Flottputt« voll Flott, so mußte gebuttert werden.“
[5] „Ich stippe den Topf an, er schaukelt, und die Haut auf der Milch, Flott, verrutscht, faltet sich, wird ganz gelb.“
Übersetzungen: Substantiv, m:

Worttrennung:
Flott, kein Plural
Aussprache:
IPA [flɔt]
Bedeutungen:
[1] fettreicher Teil der Milch, der beim Stehenlassen eine obere Phase bildet
[2] Haut auf gekochter Milch
Herkunft:
Bei dem Wort handelt es sich um einen erhaltenen norddeutschen Regionalismus, der in der norddeutschen Mundart der Lüneburger Heide in der Bedeutung ‚Fließendes, Schwimmendes (zu fleit’n), Rahm: das#Artikel|das auf die#Artikel|der Milch Schwimmende‘ bezeugt ist. In den schleswig-holsteinischen Mundarten ist FlötRahm‘ belegt. Im Ostfriesischen und in den mecklenburgischen Mundarten bezeichnet Flott generell ‚alles oben Schwimmende‘. In der hamburgischen Mundart ist zudem Flott-Holt ‚1. Holz, das geflösset wird. 2. Das Hölzchen, oder Korck an der Angel-Schnur, welches auf dem Wasser treibet, und nach der Tieffe gestellt wird, aus dessen Bewegung man mercket, ob der Köder angebissen werde.‘ bezeugt.
Grimm verzeichnet das Wort ebenfalls als Maskulinum und vermutet, dass das Benennungsmotiv wohl auf dem oben auf der Milch schwimmenden Fett fußt.
Synonyme:
[1] Deutschland (Nordwestdeutschland ausgenommen), Österreich, Schweiz: Rahm
[1] Deutschland (Südostdeutschland ausgenommen): Sahne
[1] Mittelostdeutschland: Schmant
[1] Südostdeutschland, Ostösterreich: Obers
[1] Schweiz: Nidel
[2] Milchhaut
[2] umgangssprachlich: Pelle
[2] Nordostdeutschland, Westmitteldeutschland: Schmant
Übersetzungen:


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