leer
Adjektiv:

Worttrennung:
leer, Komparativ: lee·rer, Superlativ: am leers·ten
Aussprache:
IPA [leːɐ̯]
Bedeutungen:
[1] (fast) ohne (physischen) Inhalt
[2] ohne Menschen
[3] übertragen: ohne Mimik und Gesten; ohne geistigen Gehalt; ohne Substanz/Tiefgang
Herkunft:
mittelhochdeutsch: lære, von althochdeutsch: lâri
Synonyme:
[1] antiquiert: ledig
[2] ausgestorben, menschenleer, unbewohnt, verlassen, verwaist
[3] banal, geistlos, inhaltsleer, inhaltslos, nichtssagend, substanzlos, trivial
[3] abwertend: flach, hohl, phrasenhaft, platt, seicht
[3] Papier, Druck: unbedruckt, unbeschrieben
Gegenwörter:
[1] voll, Mathematik: nichtleer
Beispiele:
[1] Die Flasche ist leer.
[1] »Ich trinke nur noch mein Glas leer, dann gehe ich.«
[1] »Mein Magen ist leer, ich muss unbedingt etwas essen.«
[1] „Die Großen schicken ihre Diener nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück.“
[2] Die Straßen sind heute leer.
[2] Das Kino ist heute noch leerer als sonst.
[2] Die Kirchen in Deutschland sind leer, keiner geht mehr zum Gottesdienst, außer zu Weihnachten.
[2] [COVID-19-Pandemie:] „In der Hausarztpraxis Dr. von Specht ist es auffällig leer. Eine Patientin ist zur Kontrolle da, ansonsten ist wenig Betrieb.“
[2] „In Rhauderfehn im Landkreis Leer ist am Sonntagabend ein leer stehendes Einfamilienhaus abgebrannt.“
[2] „Die Ferienorte an Schleswig-Holsteins Küsten sind wie ausgestorben. Gästehäuser und Hotels stehen leer, Restaurants und Läden bleiben geschlossen.“
[2] „Die Zahl der Flüchtlinge, die in Bayern ankommen, ist stark gesunken. Und das hat Folgen. In Schwaben stehen viele Erstaufnahmeeinrichtungen leer.
[2] „An welchem Tage sind die Werkstätten am leersten und wird am wenigsten gearbeitet?“
[2] „Seit heute sind alle Schulen und Kitas geschlossen. […] Selbst die Spielplätze bleiben fast leer.
[2] „Ich habe Völker ausgerottet, ihre Burgen verwüstet und ihre Gassen so leer gemacht, dass niemand darauf geht; ihre Städte sind zerstört, dass niemand mehr darin wohnt.“
[2] „Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.“
[3] Ich fühle mich so leer.
[3] »Lass eine Zeile leer, dann sieht dein Bericht besser aus.«
[3] [Charleston-Massaker:] „Und Stewart brachte nichts in seine Sendung mit als Traurigkeit und ein leeres Blatt Papier, auf dem er wie besessen herumkritzelte - als hoffe er, sein Bleistift könne die Frage beantworten: Warum?“
[3] [Palästinensische Frage:] „»Mal gab es eine französische, eine amerikanische, eine arabische Initiative - aber das alles ist am Ende doch leeres Gerede«, sagt der 50-Jährige.“
Redewendungen:
[1] leer ausgehen
[1] mit leeren Händen dastehen
[3] leere Versprechungen machen
[3] leeres Stroh dreschen
Übersetzungen: Konjugierte Form: Worttrennung:
leer
Aussprache:
IPA [leːɐ̯]
Grammatische Merkmale:
  • 2. Person Singular Imperativ Präsens Aktiv des Verbs leeren

Leer
Substantiv, n, Toponym: Worttrennung:
Leer, kein Plural
Bedeutungen:
[1] Stadt in Niedersachsen, Deutschland; offiziell: Leer (Ostfriesland)
Beispiele:
[1] Leer liegt in Deutschlands Nordwesten.
[1] Ich bin in Leer geboren.
[1] Ich habe in Leer meinen Urlaub verbracht.
[1] Nach Leer führen viele Wege.



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