nüchtern
Adjektiv:

Worttrennung:
nüch·tern, Komparativ: nüch·ter·ner, Superlativ: nüch·terns·ten
Aussprache:
IPA [ˈnʏçtɐn]
Bedeutungen:
[1] ohne Alkohol im Blut
[2] mit leerem Magen
[3] sehr rational denkend und handelnd; auf Wesentliches, Sachliches beschränkt
[4] ungesalzene, ungewürzte Speise
Herkunft:
Vulgärlatein; ursprünglich von nocturnusnächtlich
Synonyme:
[3] besonnen, abwertend: langweilig, phantasielos, prosaisch, trocken
[4] fade, lasch
Gegenwörter:
[1] alkoholisiert, betrunken
[2] satt, nicht nüchtern
[3] euphorisch, phantasievoll
[4] deftig, herzhaft, kräftig, würzig
Beispiele:
[1] Beim Autofahren sollte man besser nüchtern sein.
[2] Zur prä-operativen Untersuchung erscheinen Sie bitte nüchtern.
[2] Beim Menschen betragen die Normalwerte [des Blutzuckers]: - nüchtern: 70–99 mg/dl, entsprechend 3,9–5,5 mmol/l; - nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit: maximal bis zu 160 mg/dl, entsprechend 8,9 mmol/l
[3] Informatiker sind häufig sehr nüchtern denkende Menschen.
[3] Houellebecq [stellt] sein Zukunftsszenario [eines muslimischen französischen Präsidenten] scheinbar nüchtern und emotionslos dar. Doch das ist typisch für diesen Autor.
[3, 1] Nüchtern betrachtet ist besoffen besser als nüchtern.(Spruch an Kneipenklotür)
[4] Dabei spielten Disziplinierungstechniken eine wichtige Rolle, die vor den Anfeindungen der Lust oder des Sexualtriebes schützen sollten. ›Eros‹ wurde geistig verstanden, aber das hob die Triebnatur nicht auf, daher musste etwas getan werden. Gemeint waren Maßnahmen wie • gezielte körperliche Anstrengung, • erschöpfende manuelle Arbeit, • nüchternes Essen, • Überwachung der Aufenthaltsorte, • Kontrolle in den Schlafzimmern • und Nacktheit.
Redewendungen:
[2] auf nüchternen Magen
[1] nüchtern wie ein neugeborenes Kalb
Übersetzungen:


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