schröpfen
Verb:

Worttrennung:
schröp·fen, Präteritum: schröpf·te, Partizip II: ge·schröpft
Aussprache:
IPA [ˈʃʁœp͡fn̩]
Bedeutungen:
[1] Medizin: Kolben oder Gläser mit Unterdruck auf die Haut setzen, um die Durchblutung zu beeinflussen
[2] umgangssprachlich, figurativ: jemanden durch List oder Betrug finanziell ausnutzen
[3] Landwirtschaft: das Wachstum von Jungpflanzen absichtlich einschränken
[4] Forstwirtschaft: Baumrinde schräg einschlitzen
[5] Gastronomie: Speisefisch quer zur Grätenrichtung einschneiden
Synonyme:
[2] abzocken, ausbeuten, ausnehmen, exploitieren
[3] verringern
Beispiele:
[1] Ich lasse mich einmal im Monat gegen die Migräne schröpfen.
[1] Schon vor mehr als 5.000 Jahren sollen Ärzte im alten Mesopotamien ihre Patienten geschröpft haben.
[2] Ich lasse mich doch nicht von irgendwelchen Yuppies schröpfen!
[2] „Was aber hat der deutsche Postkunde damit zu tun, dass einige Postgesellschaften in den Nachbarländern höhere Gewinne aus ihrem Briefversand herausholen, als es die Deutsche Post schafft? Oder soll er einfach nur genauso geschröpft werden wie seine europäischen Nachbarn?“
[2] „Der Dax-Konzern [Vonovia, der mehr Wohnungen vermietet, als jedes andere Unternehmen in Deutschland,] schröpft seine Kunden, wo er kann […]“
[2] „Zwischen 2000 und 2008 hat der Bund mindestens 600.000 Immobilien, zum Beispiel Eisenbahnerwohnungen, privatisiert. […] Jetzt schröpfen die Investoren ihre Mieter mit überzogenen Betriebskostenforderungen und lassen die Wohnungen verlottern.“
[2] Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte entschieden, dass die Basler Bank [Sarasin] den Drogerie-Unternehmer [Müller] schlecht beraten hat. Es ging um die umstrittenen Cum-Ex Geschäfte, bei denen der Staat über Mehrfachbuchungen um Milliardenbeträge geschröpft wurde.
[2] „Es darf nicht sein, dass auf diese Art und Weise Banken stabilisiert und die Steuerzahler geschröpft werden.“
[2] „[…] der Arzt soll jahrelang Leistungen für Patienten abgerechnet haben, obwohl er sie gar nicht behandelte. […] Der Mediziner, der hier ins Gerichtsgebäude gebracht wird, soll so die Krankenkassen geschröpft haben.“
[2] „[…] Pharmakonzerne [nutzen] gezielt Gesetzeslücken, um Kassen und letztlich Patienten gnadenlos zu schröpfen.
[2] „Wer bei Swiss [Swissair] den Hinflug verpasst oder nicht antritt, verliert automatisch auch den Anspruch auf den Rückflug. Mit dieser Praxis schröpft Swiss ihre Kunden.“
[3] Schröpft man Wildäcker, sorgt man für einen saftigeren, grüneren Wuchs.
[4] „Einen Baum schröpfen aber heißt, ihm die Rinde an verschiedenen Orten durch 2 bis 3 Zoll lange schräge Queerschnitte, die auch nur bis auf den Saft gehen, öffnen.“
[5] „Dicke Filets, die zum Braten vorbereitet und portioniert werden, zu schröpfen, bringt auch kochtechnische Vorteile.“
Übersetzungen:

[1] Kolben oder Gläser mit Unterdruck auf die Haut setzen, um die Durchblutung zu beeinflussen




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