vollends
Adverb: Worttrennung:
voll·ends
Aussprache:
IPA [ˈfɔlɛnt͡s]
Bedeutungen:
[1] in Hinblick auf einen Rest, etwas noch Verbliebenes: ohne Ausnahme, ohne Einschränkung, in vollem Umfang
[2] bezeichnet eine Steigerung: darüber hinaus (noch), erst recht, noch dazu
Herkunft:
Das seiner heutigen Form nach seit dem 17. Jahrhundert bezeugte Adverb bildet sich im Anschluss an die im 16. Jahrhundert im Auslaut mit unorganischem -d und im Spätmittelhochdeutschen mit unorganischem -t (vielleicht unter Anlehnung an vollenden) aufkommenden Formen vollend und vollent, welche einerseits das mittelhochdeutsche Adverb vollenvöllig‘ sowie dessen althochdeutsche Vorformen follon (9. Jahrhundert) und follūn (8. Jahrhundert) fortsetzen. Andererseits sollen die Formen mit auslautendem -d und -t auf die mittelhochdeutsche Präposition en vollen zurückgehen, die sich zum mittelhochdeutschen Substantiv volle und dessen althochdeutsche Vorform folloFülle‘ (zu den in voll behandelten Formen) stellt und somit eigentlich ‚in Fülle‘ bedeute. Im Verlauf der Sprachgeschichte ging, nach dieser Interpretation, die Präposition verloren, in den Auslaut trat ein unorganisches -d und nachträglich wurde das adverbiale -s angefügt.
Gegenwörter:
[1] teils, teilweise, zum Teil
Beispiele:
[1] „Man würde sie wahrscheinlich morgen schon aus dem Bompard zurück in ein endgültiges Lager schicken, dort würde sie rasch vollends zerfallen.“
[1] „Die Spannung entwich vollends, und an ihrer Stelle strömte ein ungeheurer Jubel in seine Brust.“
[1] „Er dankte ihr, indem er sich vollends zu ihr umwandte, seine Arme um sie schlang und lange unersättlich blieb.“
[1] „An dieser Stelle war Roberts Irrtum vollends klar.“
[1] „Ich ließ ihn liegen, alles andere hätte ihn vollends umgebracht.“
[1] „Ein loderndes Feuer und der Duft des bratenden Truthahns erweckten uns vollends zu neuem Leben.“
[1] „Er griff wieder zum Schraubenzieher und löste das Brett vollends von den Seitenbrettern.“
[1] „Nach der Pause, etliche waren nicht mehr auf ihren Platz zurückgekehrt, siechte das Stück vollends dahin.“
[1] „Richard wohnt ja nun in dieser inzwischen schon zwei Jahre alten Zukunft und weiß daher, dass Libyen seit dem Sturz Gaddafis durch die verschiedenen Milizen, deren Ziele niemand mehr durchschaut, vollends in ein Schlachtfeld verwandelt worden ist.“
[2] „Im Großen vollends geht es nicht anders zu.“
[2] „Die offizielle Kunst des alten Reichs stellt den Gott stets als Leiche dar, in Mumienbinden gehüllt, ja das mittlere Reich, vollends die Spätzeit hat dann sogar noch Ptah, den höchsten Gott, eingeschreint.“
[2] „Ich kann das nicht mehr ertragen, vollends jetzt nicht, wo fast alles, was der König tut, einem die Brust beklemmt … ich schlag dem Faß den Boden ein!“
[2] „Dann wäre er vor ihr hergerannt, sicher, daß sie ihm folgte, vollends hin zum Schilf und durchs Schilf durch und hin zu der Stelle, wo im letzten Sommer das Boot angetrieben worden war, in dem Elsa und Valentin gekentert waren.“
[2] „Ich habe zum Beispiel immer vermieden, die Schüler zum Unterrichtsbeginn als Gruppe, gar mit einer Ziffer zu begrüßen, vollends, wenn ich nicht vorher jeden einzelnen begrüßt habe.“
Übersetzungen:


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