vortragen
Verb:

Flexion

Worttrennung:
vor·tra·gen, Präteritum: trug vor, Partizip II: vor·ge·tra·gen
Aussprache:
IPA [ˈfoːɐ̯ˌtʁaːɡn̩]
Bedeutungen:
[1] ein künstlerisches Werk einem Publikum durch eigene Darbietung nahebringen
[1a] ein Gedicht rezitieren
[1b] ein Musikstück auf einem oder mehreren Musikinstrumenten vorspielen
[1c] ein Lied singen, vorsingen
[2] ein Anliegen, eine Bitte oder Forderung jemandem vorbringen, an jemanden herantragen
[3] eine Ausarbeitung oder Überlegung mündlich darlegen
[4] umgangssprachlich: nach vorne tragen
[5] in der Buchhaltung: einen Saldo auf eine neue Seite übernehmen, eine Summe auf ein anderes Konto buchen
Herkunft:
[1–4] von mittelhochdeutsch vortragen, vürtragen, althochdeutsch furitragan
[*] Wortbildung: Derivation (Ableitung) des Verbs tragen mit dem Präfix vor-
Synonyme:
[1] darbieten, wiedergeben, zum Besten geben
[1a] aufsagen, deklamieren, interpretieren, lesen, skandieren, vorlesen, rezitieren
[1b] aufführen, geben, vorspielen, zur Aufführung bringen
[1c] singen, vorsingen
[2] anfragen, erbitten, fordern, herantragen, vorbringen, wünschen
[3] äußern, berichten, darlegen, erzählen, mitteilen, reden über, referieren, sagen, Vortrag halten
[4] vorbringen
[5] übertragen, umbuchen
Gegenwörter:
[1] für sich behalten
[1a] lautlos lesen, still memorieren
[1b,1c] Musik hören, zuhören
[2] verschweigen, verzichten
[3] verheimlichen
[4] zurücktragen
Beispiele:
[1a] Umbreen ist sauer, weil sie ihr Gedicht nicht vollständig vortragen darf.
[1b,1c] Der Wut-Pop von heute wirkt dagegen etwas künstlich – gerade wenn er mit so einer brachialen Bildermacht vorgetragen wird wie von der Band Rammstein, die direkt bei Leni Riefenstahl gelernt hat, einer, wenn man so will, sehr frühen Exponentin des Pop.
[1c] Aber schon im Intro von Lasst uns froh und munter sein, das im Bild zwei Schafe vortragen, erhöht er das Tempo und stellt den beiden Kinderstimmen eine schnelle Gitarre und Percussions zur Seite.
[2] Die Menschen verlieren sichtbar an Furcht, sich politisch auch öffentlich zu positionieren und ihre Forderungen vorzutragen.
[2] Aber manche haben auch Beschwerden vorzutragen, manche geben Ratschläge.
[2] Die kurdische Großmutter musste auf dem Amt nicht mehr auf Türkisch radebrechen, sondern konnte ihre Sorgen in der Muttersprache vortragen.
[3] Die Argumente gegen die Union werden so lustvoll vorgetragen, damit auch ja kein Anhänger oder Wähler auf die Idee kommt zu glauben, die Grünen hätten das linke Lager verlassen.
[3] Eine Delegation soll den Beschluss in der Pariser Nationalversammlung vortragen.
[3] Im Gegenteil: Als ich im letzten Jahrzehnt diese Überzeugung immer wieder auch vor medizinischen Vereinigungen vortrug, sagten mir einzelne Experten nach der Diskussion: Dies können Sie ruhig so vortragen, Sie haben gute Gründe.
[4] Beim Erntedankgottesdienst forderte der Pfarrer die Kinder auf, die mitgebrachten Feldfrüchte zum Altar vorzutragen, wo er sie dann segnete.
[5] Das Unternehmen kann die nicht abziehbaren Zinsen unbefristet vortragen und in späteren Jahren – im Rahmen der neuen Vorschriften – steuersparend vom Gewinn abziehen.
Übersetzungen:


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