Fremdscham
Substantiv, f:

Worttrennung:
Fremd·scham, kein Plural
Aussprache:
IPA [ˈfʁɛmtˌʃaːm]
Bedeutungen:
[1] das Sich-Schämen oder korrekter das Sich-Selbst-Für Besser-Halten in Bezug auf das Verhalten einer anderen Person
Herkunft:
Determinativkompositum aus dem Adjektiv fremd und dem Substantiv Scham
Beispiele:
[1] „Fremdscham tritt auf, wenn eine andere Person Normen oder Werte verletzt und das selbst nicht merkt oder nicht als peinlich empfindet. Sie ist damit ein wichtiges Regulativ. […] Fremdscham ist ein soziales Gefühl, letzlich ist dies eine Form von Mitleid“
[1] „Mit zunehmender Individualisierung hat sich auch die Fremdscham zurückgezogen. (Obwohl in neuester Zeit das Bekunden von Fremdscham zur Mode geworden ist. Aber dies ist mehr Koketterie und ein Verweis auf die eigene Anständigkeit als wirkliches Empfinden. Oder darüber hinausgehend eine Form der Anklage; die moderne Form der Fremdscham fühlt nicht mit jemandem mit, sondern ist gegen jemanden gerichtet, der sein Treiben nicht als peinlich empfindet. Sie stellt einen Verweis auf ein höherwertiges Geschmacksempfinden, das der sich Schämende inne hat, dar. )“
[1] „Man könnte versuchen, diese Erscheinungen als „Selbstscham“ und „Fremdscham“ auseinanderzuhalten, aber man würde damit die Verhältnisse doch wieder verfälschen, denn unter Fremdscham würde man dann leicht die Scham für einen anderen verstehen, die hier gerade nicht gemeint ist. Am ehesten […] wäre von einer Scham des Erblickten und einer Scham des Erblickenden zu sprechen […] Diese etwas umständliche Ausdrucksweise würde etwas anderes bedeuten. Kein eigenes Schamgefühl, sondern die Wahrnehmung eines Schamgefühls bei einem anderen.
Übersetzungen:


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