Homosexualität
Substantiv, f:

Worttrennung:
Ho·mo·se·xu·a·li·tät, Plural: Ho·mo·se·xu·a·li·tä·ten
Aussprache:
IPA [ˌhomozɛksualiˈtɛːt], [ˌhomosɛksualiˈtɛːt]
Bedeutungen:
[1] sexuelles Interesse für das gleiche Geschlecht
Herkunft:
aus dem griechischen Adjektiv ὁμός „gleich, gleichartig“ und dem lateinischen Substantiv sexus „das [männliche/weibliche] Geschlecht
Der Schriftsteller Karl Maria Kertbeny prägte im Jahr 1868 diesen Begriff sowie das zugehörige Antonym Heterosexualität. Der Psychiater und Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing sorgte ab 1886 mit seiner Psychopathia sexualis für eine schnelle Verbreitung dieses Fachbegriffes.
Synonyme:
[1] Homophilie
Gegenwörter:
[1] Heterosexualität
Beispiele:
[1] Sowohl in der Tierwelt als auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen ist der gleichgeschlechtliche Trieb, die Homosexualität existent. Homosexualität bedeutet, dass sich Frauen sowie Männer ihr sexuelles Interesse vorwiegend auf das eigene Geschlecht konzentrieren, also sich gleichgeschlechtlich ausrichten.
[1] Ich erachtete es für notwendig, verschiedene theoretische Zugänge zu wählen, um mich auf unterschiedliche Weise dem komplexen Thema Homosexualitäten nähern zu können.
[1] „Für Millionen Kinder ist SpongeBob einfach ein herziger Cartoon-Schwamm. Für amerikanische Sittenwächter ist er ein Vorbote sittlicher Verrohung, der Halbwüchsigen Homosexualität schmackhaft machen soll.“
[1] „Von Homosexualitäten oder auch Bisexualitäten in der Mehrzahl spricht man immer dann, wenn man anerkennt, dass es verschiedene soziale Konzepte in verschiedenen Kulturen für gleichgeschlechtlich Empfindende gab und gibt und diese sich im Laufe der Geschichte verändern.“
[1] „Homosexualitäten: der außergewöhnliche Plural signalisiert die Auffassung, daß Homosexualität nicht eine einheitliche Erscheinung in der Sexualität des Menschen ist, sondern daß es unterschiedliche Ausprägungen von Homosexualitäten gibt, die vielleicht gar nicht mehr unter einem einheitlichen Oberbegriff zu erfassen sind.“
[1] Allgemein aber erklärte Stoller die Homosexualität nicht als monolithisches Sexualverhalten, sondern spricht pluralisiert von den Homosexualitäten mit unterschiedlichen Ursachen, Entwicklungsdynamiken und Erscheinungsbildern.
[1] „So bedarf auch die Definition von Homosexualität einer erweiterten inhaltlichen Präzisierung und Pluralisierung, welche die Variabilität und Vielfalt der Ausprägungen dieses Phänomens berücksichtigt: „[…] Wir sollen uns bei dieser Gelegenheit in Erinnerung rufen, dass es unerlässlich ist, von ‚Homosexualitäten‘ im Plural zu reden, dass sich bei ihnen wie bei den Heterosexualitäten eine Vielzahl von Varianten in bezug auf das sexuelle Handeln, die Objektwahl und die Persönlichkeitsstruktur findet.“ (Joyce McDougall, ebenda)“
[1] Wenngleich die Homosexualitäten nur in einem einzigen Beitrag explizit thematisiert werden [477: PUFF], so spielen doch benachbarte Aspekte in allen Beiträgen eine wichtige Rolle, beispielsweise die Destruktion männerdominierter Historiographien durch Karin HAUSEN [227] […]
[1] Die queer theory besteht darauf, dass die Homosexualitäten zentral für die heterosexuelle Kultur seien. „Heterosexualität ist nichts ohne die Homosexualität: Sie hängt von der Homosexualität als ihrem ‚Gegenteil‘ ab, für ihre Bedeutung und für ihre Kohärenz.
[1] Plötzlich stehen wir als petrifizierte Fundamentalontologen da, wenn wir immer noch von der Sexualität und der Perversion sprechen, und besonders, wenn wir darauf stehen, die Homosexualität als Psychopathologie zu bezeichnen — während alle anderen schon lange die Semantik ausgewechselt haben und von den Sexualitäten, den Homosexualitäten, von Paraphilien und sonst etwas sprechen.
[1] Oder berücksichtigen wir überhaupt Fälle, wo erst längere Zeit, nachdem die normale Heterosexualität bestanden hat, eine Homosexualität sich ausbildet, so können wir hier jedenfalls kaum von einer ererbten Homosexualität reden.
Übersetzungen:


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