Dortmund
Substantiv, n, Toponym: Worttrennung:
Dort·mund, kein Plural
Aussprache:
IPA [ˈdɔʁtmʊnt]/[ˈdɔrtmʊnt]
Bedeutungen:
[1] Großstadt in Westfalen und im Ruhrgebiet, Deutschland
Herkunft:
Über Throtmanni (880–884, 890, 939, 960, 10. Jahrhundert, 1005), Trutmunia (899), Trutmania (899), Trutmenni (927, 928, 938), Thortmanni (933/960, 938), Trotmannie (941, 990, 993, 993, 993), Throtmannie (941, 1005), Trotmannia (941, 986/1005), Throtmennia (947), Throtmenniā (947), Throtmenni (947, Ende des 11. Jahrhunderts), Drutmund (952), Drudmunde (952), Drotmanni (953), Throtmannici (962), Drodminne (966), Drodmanni (970), Trotmenni (975, Ende des 11. Jahrhunderts), Thrutmanniu (978), Thrutmannin (978), Trutmanna (978), Drutmanni (979), Trutmonia (979, 1024, 1065), Thertmanni (983–1002, 983/1024), Therotmanni (983–1002, 983/1024), Thertamanni (983–1002, 983/1024), Thrutmannia (983–1002, 986, 1051/1052), Trutmannie (997, 1005, 1005, 1005), Trutmundi (997, 1066), Trotmannin (997), Trutmanniae (1000), Trutmannia (1000, 1001, 1003), Trvt[m]onia (1002–1024), Throt[m]o[ni]a (1002–1024), Thretmanni (1002–1024), Dretmonna (1002–1034), Thortmanne (1002–1034), Throtmanniae (1005), Throtmunni (1005), Throtmuni (1005), Drutmannie (1009), Thruciuane (1016), Thruciuanne (1016), Drotmannia (1016), Drodmannia (1016, 1016, 1016, 1041), Drodmannie (1016), Dredmonna (1024, 1039), Trutimanni (1028), Trytemanni (1030), Trytemanne (1030), Trutemanne (1030), Trudimonia (1033), Drotmannię (1041), Trotmanni (1046), Trutmannin (1059), Trutmunde (1066), Trotmannii (1068), Drutmunde (1074), Drutmunne (1074), Drutmunde (1074), Throdmannia (1092), Tremunge (1103), Drutmundi (1112), Drutmunni (1112), Throtmunde (1114), Trothmunde (1114, 1115), Trotmunde (1115), Durtmundensis (1144), Durdmundenses (1144), Tremonia (1152ff., 1153), Tramonia (1184), Trimonia (1194, 1201)), Tremoigne (12./13. Jahrhundert), Tremogne (12./13. Jahrhundert), Drutmunde (1208), Thormunde (1214), Dortmund(e) (1222ff.), Dortmunde (1222), Dritmunden (1241/1242), Dirtmunde (1241), Trimoniaborg (Mitte 13. Jahrhundert), Dortmudhe (1267), Dortmonde (1300), Dorpmunde (1330ff.).
Die erste Erwähnung erfolgte im Werdener Urbar, das zwischen 880 und 884 entstand. Danach gibt es eine große Anzahl verschiedener, aber auf den gleichen Lautstamm zurückgehender Namen (siehe oben). Ihre jeweilige Verwendung in den Quellen erscheint willkürlich und zufällig. Nach 1152 verschwinden diese Bezeichnungen schlagartig aus den lateinische Quellen, stattdessen wird ausschließlich die lateinische Bezeichnung Tremonia verwendet. Erst mit dem Aufkommen deutscher Quellen im 14. Jahrhundert wird die alte Form, jetzt sprachlich weiterentwickelt in Dorpmunde oder Dortmunde, wieder aufgegriffen.
Bei der Wortbedeutung von Dortmund wird im Allgemeinen von einem Determinativkompositum ausgegangen. Das Bestimmungswort ist vermutlich germanisch *þrut-, *þrūt- mit der Bedeutung Kehle/Gurgel/Schlund/Hals. (Vergleiche althochdeutsch drozza; spätmittelhochdeutsch drozze, drüzzel; mittelhochdeutsch drozze; neuhochdeutsch Drossel/drosseln; altenglisch þrote, þrotu, þrūtian; englisch throat; altnordisch þroti, þrúr; isländisch þroti; norwegisch dialektal trote; altfriesisch drotbolla.) Die Bedeutung des Grundworts ist unklar. Nach einer Theorie ist es das altsächsiche Gewässerwort -manni, -menni, -minni. (Vergleiche altirisch môin und lateinisch manâre.) Nach einer anderen Theorie ist es germanisch *-munt mit der Bedeutung Berg/Hügel/Anhöhe/Erhebung. (Vergleiche lateinisch mōns; französisch mont, montagne.) Im der ersten Theorie Bedeutung Kehlbach/Gurgelbach/Siedlung am gurgelnden Gewässer, in der zweiten Theorie als *Throdmend- Berg mit einer Kerbe/Berg mit einem Einschnitt/Hügel mit einer Kerbe/Hügel mit einem Einschnitt. Bei beiden Deutungen handelt es sich um eine geografische Besonderheit, die heute überbaut ist und nicht mehr zu erkennen ist oder – in der zweiten Theorie – einen Hinweis auf eine Burg nördlich der Stadtmauern mit dem Fluss Kuckelke als Einschnitt gibt. Die Existenz einer solchen Burg ist umstritten.
Von spätmittelalterlichen Chronisten ist eine volksetymologische Deutung bekannt, nach der es zwei Dörfer gegeben habe, das alde und das neue Dorp, die beide bei der Burg Munda lagen. Um diese Burg habe es eine Auseinandersetzung zwischen Sachsen und Römern – oder auch Franken – gegeben. Den Schlachtruf trucide hätten die Burgmannen als truz oder trot interpretiert und die Angreifer höhnisch Trotmanni (Trutzmänner) genannt. Die Bezeichnung sei dann auf den Ort übergegangen.
Synonyme:
[1] Stadt Dortmund
[1] Amtlicher Gemeindeschlüssel: 05 9 13 000
Beispiele:
[1] das industrielle Dortmund, das Dortmund der Hansezeit
[1] Frau Müller wurde in Dortmund geboren.
[1] Herr Schmidt fährt nach Dortmund.
Übersetzungen: Substantiv, m, f, Nachname: Worttrennung:
Dort·mund, Dort·munds
Aussprache:
IPA [ˈdɔʁtmʊnt], Genitiv und Plural: [ˈdɔʁtmʊnts]
Bedeutungen:
[1] unterdurchschnittlich häufig auftretender, deutscher Familienname/Nachname
Beispiele:
[1] Familie Dortmund fährt in den Urlaub.



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