Story
Substantiv, f:

Worttrennung:
Sto·ry, Plural: Sto·rys
Aussprache:
IPA [ˈstɔːʁɪ], [ˈstɔʁi], [ˈstoːʁi], auch: [ˈʃtɔːʁɪ], [ˈʃtɔʁi], [ˈʃtoːʁi]
Bedeutungen:
[1] die Handlung ausmachende (zumeist knapp umrissene) Geschichte einer literarischen, filmischen, theatralischen oder ähnlichen Erzählung
  • umgangssprachlich:
[2] ungewöhnliche, zuweilen abenteuerliche beziehungsweise wenig glaubhafte Geschichte, die sich ereignet haben soll
[3] sachliche Wiedergabe wichtiger (gegenwartsnaher) Ereignisse, Entwicklungen oder dergleichen
[4] schulischer Aufsatz
[5] Erzählung, Geschichte
[6] erfundenes oder übertriebenes Gerücht beziehungsweise verleumderische oder unwahre Erzählung, deren Augenmerk auf einer aufgebauschten Begebenheit beruht, die durch Tratsch oder mutwilligem Hinzudichten unwahrer Umstände einer Person oder Sache schaden soll
[7] (nicht wirklich zutreffende) Erklärung, die als Entschuldigung für etwas vorgebracht wird
Herkunft:
Das Wort ist eine seit dem 19. Jahrhundert – nach anderer Quelle seit dem 20. Jahrhundert – bezeugte Entlehnung aus dem gleichbedeutend englischen (angloamerikanischen) story, das altfranzösisch (besonders anglonormannisch) estorie (estorie), storie (storie) ‚Geschichtserzählung‘ – neben altfranzösisch estoire – entstammt, welche ihrerseits auf lateinisch historiaKunde, Wissenschaft, Erzählung, Geschichte‘ zurückgeht. Dieses wiederum ist dem griechischen {{Üt entlehnt, das eigentlich ‚Kunde, Kenntnis‘ bedeutet (siehe auch »Historie«).
Diese 2. Bedeutung soll, laut Küpper, nach 1945 aus dem Englischen in die deutsche Jugendsprache übernommen worden sein, von dem aus sie dann in die gemeindeutsche Umgangssprache gelangte. Die 4. Bedeutung ist, laut Küpper, seit 1955 bezeugt.
Synonyme:
[3] Bericht, Report
[4] Schulaufsatz
[5] Geschichte
Beispiele:
[1] Der Film, den wir gesehen haben, hat keine Story und ist langweilig und zusammenhanglos.
[1] Das Buch hat eine spannende, romantische und traurige Story.
[1] „Auch das einschlägige Werk von Stefan Aust, Der ‚Baader-Meinhof-Komplex‘, das für seine historische Räuberpistole kaum Quellen nennt, liest sich wie ein Roman à la Bonnie und Clyde und erzählt die Story der RAF vor allem aus der Tätersicht.“
[1] „Laut Godard besteht der Widerstand darin, gegenüber dieser Welt am künstlerischen Anspruch des Kinos festzuhalten, indem man den Anteil der Erzählung, der Story, auf ein Minimum reduziert, neue Geschwindigkeiten erfindet, Filme nach dem Modell der ‚großen Form‘ komponiert (mit einer Architektur der Bilder, einem Spiel ferner Echos, rhythmischer Kontraste und Dissonanzen) und das Kino mit der großen Kunst (von El Greco über Delacroix bis hin zu Beethoven) konfrontiert, es als ‚die Kunst, mit der Malerei Musik zu machen‘ begreift.“
[1] „Da steht die alte Amme starr im Dunkel, die Stimme hart, die Story zum Steinerweichen: Aus Liebe zu Jason hat Medea ihre Heimat verlassen, hat ihren Vater, den König von Kolchis, betrogen, hat ihren Bruder und auch den König von Iolkos in den Tod geschickt; jetzt lebt sie mit ihren beiden Söhnen im kümmerlichen Exil in Korinth – Jason aber hat seine Familie verlassen, um eine bessere Partie zu machen, die schöne Glauke, Tochter des Königs von Korinth.“
[2] „Gebraucht wird nur eine ‚Story‘, die aus riskanten Geschäften scheinbar sichere Anlagen macht.“
[3] „Der politische Aufhänger, nämlich daß sie als Zeugin vor Ken Starrs Untersuchungsausschuß aussagte, mußte für eine rasante und unterhaltsame Story über ihr Beziehungsleben herhalten, reich bebildert mit Eleanor in Leder auf der Couch ausgestreckt. Viele mochten nicht glauben, daß ausgerechnet er, der lästige Paparazzi auch schon mal mit einem Eimer Wasser übergoß, eine solche Story ins Blatt hob.“
[5]
Ich wunder was soll es bedeuten,
Das ich so Jammer bin;
’ne Story aus wüst alten Zeiten
Krieg ich nich ausm Sinn.
[7] Ich fang den Oukie toe dabei, wie der mein Auto klauen will. Toe frag ich ihn, was seine Story ist.
Übersetzungen:


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