anlassen
Verb:

Worttrennung:
an·las·sen, Präteritum: ließ an, Partizip II: an·ge·las·sen
Aussprache:
IPA [ˈanˌlasn̩]
Bedeutungen:
[1] transitiv: etwas in Funktion setzen
[2] transitiv: die Funktion einer Sache aufrechterhalten
[3] transitiv: Kleidung anbehalten
[4] reflexiv: sich darstellen, sich präsentieren, sich zeigen; es startet
[5] transitiv: jemanden heftig, scharf kritisieren, schelten
[6] transitiv: den Stahl nach dem Härten oder Schweißen auf Temperatur bringen
Herkunft:
Das Verb anlassen setzt sich aus dem Adverb an- in der Bedeutung von „beginnend, andauernd“ und dem selbständigen Verb lassen zusammen.
Synonyme:
[1] aufdrehen, einschalten, starten, zum Laufen bringen
[2] eingeschaltet lassen, laufen lassen
[3] anbehalten
[4] sich: darstellen, präsentieren oder zeigen; starten
[5] umgangssprachlich jemanden angehen oder anfahren
[6] erwärmen
Gegenwörter:
[1] abdrehen, anhalten, ausschalten, beenden, stoppen
[2] stillstehen lassen
[3] ablegen, ausziehen
[4] sich verbergen, es endet
[5] loben, schmeicheln
[6] abkühlen
Beispiele:
[1] Du kannst mittlerweile schon den Motor anlassen.
[1] Früher musste man den Propeller eines Flugzeuges per Hand anlassen.
[2] Soll ich das Licht im Wohnzimmer noch anlassen?
[2] Bitte lass das Radio noch an, weil gleich die Nachrichten kommen!
[3] „Für viele könnte es [das Verhalten eines Bischofs] nur der vorgeschobene Grund sein, zukünftig an Heiligabend und Weihnachten die Pantoffeln anzulassen.
[3] Ich würde an deiner Stelle den Mantel noch anlassen, weil die Heizung ausgefallen ist.
[3] Du kannst ohne weiteres das Kleid anlassen.
[4] Der neue Lehrling lässt sich gut an.
[4] Die Sache, die wir neulich besprochen haben, lässt sich nicht so besonders an.
[5] Ich fuhr über seinen Anblick zusammen und erwartete, hart von ihm angelassen zu werden; aber ich irrte mich glücklicherweise; seine Miene hatte nichts Strenges.
[5] Napoleon war in der Nacht an Halle durchpassiert, hatte draußen vor dem Tore umspannen lassen, die akademischen Behörden, die ihm ihre Aufwartung machen wollten, heftig angelassen und ihnen unter schweren Drohworten für ihre Personen kurzweg erklärt, er brauche keine Studenten, sondern nur Soldaten und Bauern.
[6] Nach dem Härten oder dem Schweißen von Stahl kann das Werkstück durch Erwärmen auf Temperaturen unterhalb des Umwandlungspunktes A1 (723 °C) angelassen werden.
[6] Gehärteter Stahl wird umso weicher, je höher man ihn anlässt.
Redewendungen:
[4] das Geschäft lässt sich gut an
[4] das Wetter lässt sich gut an
[4] die Woche lässt sich gut an
Übersetzungen:
Anlassen
Substantiv, n:

Worttrennung:
An·las·sen, kein Plural
Aussprache:
IPA [ˈanˌlasn̩]
Bedeutungen:
[1] Erwärmen des Stahls nach dem Härten oder Schweißen zur Reduzierung von Materialspannungen
[2] bei Fahrzeugen: das Aktivieren bzw. Starten eines Motors; die Tätigkeit des Anlassens
Herkunft:
Konversion aus dem Infinitiv des Verbs anlassen (substantivierter Infinitiv)
Gegenwörter:
[1] Abkühlung, Abschaltung
Beispiele:
[1] Großtechnisch wird das Anlassen in der Stahl- und Glaserzeugung verwendet.
[1] „Das Anlassen wird je nach Gehalt an Legierungselementen und Kohlenstoff im Temperaturbereich von 100 bis 350 °C, bei hochlegierten Stählen bis 600 °C durchgeführt.“
[2] Beim Anlassen macht der Motor komische Geräusche.
Übersetzungen:


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