behagen
Verb:

Worttrennung:
be·ha·gen, Präteritum: be·hag·te, Partizip II: be·hagt
Aussprache:
IPA [bəˈhaːɡn̩], [bəˈhaːɡŋ̩]
Bedeutungen:
[1] intransitiv; gehoben, unpersönlich, mit Dativ: ein wohliges, still vergnügliches Gefühl bereiten
[2] reflexiv; veraltet: bei sich ein angenehmes, wohliges Gefühl verspüren, zufriedener Stimmung sein
Herkunft:
Das Wort ist in seiner mittelhochdeutschen Form behagen seit dem 13. Jahrhundert bezeugt. Diese lässt sich mit altsächsischem bihagongefallen, behagen‘, mittelniederdeutschem behāgen und mittelniederländischem behāghen vergleichen. All diese Formen gehen auf ein (nicht belegtes aber erschlossenes) germanisches schwaches Verb *hag-ō-gefallen, passen‘ zurück, aus dem altnordisches hagaes passt, es trifft sich, ziemt sich‘, altenglisches gehagiansich bequemen, bereit sein#Hilfsverb|sein‘ und altfriesisches hagia ‚behagen‘ ebenfalls hervorgehen. Alle einzelsprachlichen Formen sind spät und zum Teil spärlich bezeugt. Im Deutschen hat sich das Wort offenbar vom Niederdeutschen her ausgebreitet. Alter a/ō-Ablaut in der altnordischen Wortfamilie (altnordisch hógrbequem‘) lässt ein Primärverb als Ausgangspunkt der germanischen Sippe vermuten, zu dem mittelhochdeutsches behagenbehaglich; frisch, freudig‘ und althochdeutsches kehagingenährt‘ beziehungsweise gihagangepflegt, genährt‘ das Partizip sein könnte. Eine ältere Bedeutung ‚können, vermögen‘ zeigt sich in altenglischem onhagian ‚[t]o be within a person’s power or means, to be in accordance with a person's will or convenience‘, das damit eine Brücke bildet zu altindischem शक् ‚kann, vermag‘ und damit zu (erschlossenem) indoeuropäischem *ḱak-, und wohl auch (mit abweichendem Anlaut) in litauischem kàktiirgendwohin gelangen, genügen, ausreichen‘ und litauischem kánkintijemandem etwas zur Genüge liefern, hinreichend mit etwas versehen‘. Die Bedeutungsverhältnisse im Einzelnen sind unklar.
Synonyme:
[2] sich wohlfühlen/sich wohl fühlen
Gegenwörter:
[1] abstoßen, anekeln, widerstehen, widerstreben, zurückstoßen
[1] selten: missbehagen
[1] gehoben: degoutieren
[1] umgangssprachlich: anstinken
[1] derb: ankotzen
[1] abwertend: anwidern
[2] daneben sein
[2] umgangssprachlich: schlecht drauf sein
Beispiele:
[1] Deine neue Wohnung behagt mir sehr.
[1] „Aber wie drückt man sich denn aus, um der Polizeibehörde in Briesen ein Bild zu verschaffen, das ihr behagt?
[1] „Was sollte Jakob da antworten, die Pistole auf der Brust hat ihm nicht behagt, vor allem aber nicht, daß Awrom Minsch ihm bis zur Stunde verschwiegen worden war.“
[1] „Von jetzt an kann in Bossdom niemand mehr sein Getreide dreschen, wann es ihm behagt.
[1] „Dem kubanischen Chef wurde nachgesagt, ihm behage Glasnost noch weniger.“
[1] „Diese Art von Schnüffelei in der Privatsphäre behagte mir überhaupt nicht.“
[1] „Ich wendete ein, daß sie bis jetzt recht zahm geblieben sind; offenbar behagte mir diese zweite Diagnose über die Zukunft meiner Buben ebensowenig wie die früher gefällte, daß mein Patient nur eine Neurose habe.“
[2] „Da er mit Jeanetten zu Tisch saß, deren Nähe ihm immer wohltätig war, und da auch sonst vertraute Gesichter ihn umgaben, so schien er seine Nachgiebigkeit nicht zu bereuen, sondern sich während der drei Stunden seines Verweilens ganz wohl zu behagen, wobei ich wieder einmal mit stiller Heiterkeit beobachtete, mit welcher unwillkürlichen, rational bei den wenigsten recht begründeten Zuvorkommenheit und mehr oder weniger scheuen Ehrerbietung man dem doch erst 39jährigen in Gesellschaft begegnete.“
[2] „Auch hier war es eher der gesellschaftliche Dunstkreis, in dem er sich behagte.
Übersetzungen:
Behagen
Substantiv, n:

Worttrennung:
Be·ha·gen, kein Plural
Aussprache:
IPA [bəˈhaːɡn̩]
Bedeutungen:
[1] Gefühl der Zufriedenheit
Herkunft:
Substantivierung des Verbs behagen durch Konversion
Gegenwörter:
[1] Missbehagen, Unbehagen
Beispiele:
[1] Mit großem Behagen verfolgte er den günstigen Spielverlauf.
Übersetzungen:


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