prägen
Verb, regelmäßig:

Worttrennung:
prä·gen, Präteritum: präg·te, Partizip II: ge·prägt
Aussprache:
IPA [ˈpʁɛːɡn̩], [ˈpʁɛːɡŋ̍]
Bedeutungen:
[1] transitiv (Druckwesen, Münzwesen, Textilindustrie:
[a] mit einer bildlichen Darstellung, einem oder mehreren Schriftzeichen, Symbolen oder einem Muster jedweder Art versehen, wobei durch Druck mit dazu angemessenen Werkzeugen oder Maschinen der Oberfläche von tauglichem Material – wie beispielsweise Metall, Papier, Leder – reliefartig eine bestimmte Form gegeben wird
[b] etwas in der Art des unter [1a] Beschriebenen herstellen
[c] eine bildliche Darstellung, ein Schriftzeichen, Symbol oder ein Muster jedweder Art in die Oberfläche von tauglichem Material – wie etwa Metall, Papier, Leder – einpressen
[d] übertragen, bildlich: einen Abdruck hinterlassen
[2] transitiv:
[a] eine Einwirkung ausüben und dabei etwas oder jemandem ein kennzeichnendes Aussehen beziehungsweise eine charakteristische Eigenart verleihen
[b] Verhaltensforschung (von Tieren): ein Tier während einer bestimmten Phase seiner Entwicklung bezüglich eines bestimmten Verhaltens auf ein Objekt oder ein anderes Lebewesen fixieren
[3] transitiv: als Eigenes hervorbringen und erstmals anwenden
[4] transitiv, selten: sich in solch eindringlicher Weise über etwas bewusst werden beziehungsweise sich in solch eindringlichem Maße etwas bewusst machen, dass es im Gedächtnis haften bleibt
[5] reflexiv, gehoben: eine bestimmte Gestalt annehmen
Herkunft:
bezeugt im Mittelhochdeutschen bræchen, præchen „einpressen, abbilden“, welches aus dem Althochdeutschen giprāhhan, prāhhan „indem die Oberfläche eingebrochen wird, etwas einpressen, einritzen“ hervorging, das wiederum abgeleitet wurde aus der 1. und 3. Person Plural Präteritum des Verbs prēchan (prāchun) „brechen (brachen)“ im Sinne von „brechen machen“, woraus sich später die Bedeutung „aufbrechen, aufreißen; eingraben, ritzen“ entwickelte; somit ergibt sich eine etymologische Verwandtschaft mit dem Verb brechen
Synonyme:
[1a–1c] oberdeutsch, mundartlich: schlagen
[1d] sich abdrücken, aufprägen, einprägen
[2a] sich auszeichnen (durch), einwirken, kennzeichnen, zeichnen
[2b] gewöhnen
[3] schöpfen, bildungssprachlich: kreieren
[4] sich (ins Gedächtnis) brennen, sich einprägen, sich merken
[5] sich formen
Gegenwörter:
[1a–1c] gießen, gravieren, radieren, stechen
[1d] anschmiegen, schmiegen
[2b] abrichten, dressieren, trainieren
[3] fälschen, imitieren, kopieren, nachahmen, nachbilden, reproduzieren
[4] entfallen, vergessen
Beispiele:
[1a] Das Siegel wurde auf Papier geprägt.
[1b] Jedes zur Europäischen Union gehörige Land prägt seine eigenen Euro-Münzen.
[1c] Nummernschilder werden geprägt.
[1d] Das enge Kleid hat sich auf ihre Haut geprägt.
[2a] Altbauten prägen das Stadtbild.
[2a] Ihr Gesicht war vom Lächeln geprägt.
[2a] Erfahrungen und Erlebnisse können den Menschen prägen.
[2a] Die Umwelt prägt den Menschen.
[2a] Die moderne Psychologie ist von Freud geprägt worden.
[2a] Bob Dylan prägte eine ganze Generation.
[2a] „Radikal realistisch ginge demnach ein Maler vor, der sich auf die Bilder einläßt, die unsere Gegenwart prägen.
[2a] „Die angeblichen Barbaren vom Kontinent sollten Britannien kulturell und sprachlich stärker prägen als zuvor die Römer und später die Wikinger und Normannen.“
[2b] Zootiere sind meistens auf ihre Pfleger geprägt.
[2b] Die Kindergartenkinder wollen ein Gänseküken auf sich prägen.
[3] Descartes prägte den berühmten Ausspruch „cogito ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich“.
[4] Dieses Wort hat sich mir ins Gedächtnis geprägt!
[4] literarisch: Seine Worte prägten sich in ihr Herz.
[5] Das Pappmaschee prägt sich unter ihren Händen.
Übersetzungen:


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