scheren
Verb, [[unregelmäßig:

Flexion

Worttrennung:
sche·ren, Präteritum: schor, scher·te, Partizip II: ge·scho·ren, ge·schert
Aussprache:
IPA [ˈʃeːʁən]
Bedeutungen:
[1] transitiv: etwas mit einer Schere oder ähnlichem Gerät entfernen, etwas mit einer Schere oder ähnlichem Gerät von etwas befreien
[2] transitiv: Haare mit einer Schere oder ähnlichem Gerät sehr dicht an der Haut wegschneiden
[3] transitiv: etwas durch das Scheren[2] hervorbringen
[4] transitiv, Textilindustrie: die Oberfläche von etwas ausgleichen, indem übermäßig hochstehende Fasern abgeschnitten werden
[5] transitiv: etwas (insbesondere Bäume, Büsche und Hecken) mithilfe des Schneidens kürzen und wie gewünscht formen
[6] transitiv, Gerberei: etwas vom Fleisch befreien
[7] transitiv, umgangssprachlich, eher selten, früher besonders in Bezug auf Wirte: jemanden betrügen
[8] intransitiv, veraltet: das Handwerk des Barbiers ausüben
Herkunft:
Vorformen von scheren waren das althochdeutsche starke Verb skeranschneiden, scheren‘ und das mittelhochdeutsche schernabschneiden, durch Scheren der Tonsur zum Mönch machen, belästigen, quälen, abteilen, ordnen‘. Hierzu gehören auch die folgenden verwandten Formen aus anderen germanischen Sprachen: das mittelniederdeutsche schēren, das mittelniederländische scheren, das altenglische sceran, das englische shearmähen, scheren‘, das altfriesische skera, weiterhin das altnordische skeraschlachten, schneiden‘ und das schwedische skära. Außergermanische Verwandte sind das altindische कृणाति – Wurzel कॄ – ‚er/sie/es verletzt, tötet‘ und उत्कीर्ण ‚ausgeschnitten, eingeritzt‘, daneben das altgriechische κείρειν ‚abschneiden‘, das litauische skirtitrennen, scheiden‘, das lateinische caroFleisch‘, das altirische scaraim oder scraimtrenne‘ oder scaraid ‚trennt, teilt, schneidet ab‘. Auch das umbrische kartu (er soll schneiden) ohne das anlautende s gehört hierher. Alle diese Formen lassen sich nun entweder auf die urindogermanische Wurzel *(s)ker(ə)- ‚schneiden‘ oder *sek- (schneiden) zurückführen.
Synonyme:
[1] kahlschneiden
[6] entfleischen
Beispiele:
[1] Die Schafe müssen geschoren werden.
[1] Heute schert ihr endlich die Wiese.
[1] Scher dir doch mal den Bart, Roderich!
[2] Dem kleinen Jungen wurden wegen Läusebefalls die Haare geschoren.
[3] Der Frisör hat meinem Mann unlängst beinahe eine Glatze geschoren.
[4] In dieser Abteilung scheren wir den Samt.
[5] Der Gärtner schert heute alle Büsche im Park viereckig.
[7] Beim Skat schoren wir für gewöhnlich den dritten Mann, bis irgendwann keiner mehr mit uns spielen wollte.
[7] Hast du dich schon wieder vom Wirte scheren lassen?
[8] Bei seinem Lehrmeister hat Kurt gelernt, tadellos zu scheren.
Redewendungen:
alle über einen Kamm scheren, alles über einen Kamm scheren
sein Schäfchen scheren
seinen Weizen scheren
Übersetzungen: Verb, überwiegend regelmäßig:

Flexion

Worttrennung:
sche·ren, Präteritum: scher·te, Partizip II: ge·schert
Aussprache:
IPA [ˈʃeːʁən]
Bedeutungen:
[1] reflexiv, umgangssprachlich, nur verneint oder in Frageform verwendet: sich um etwas kümmern, sich mit etwas oder jemandem befassen
[2] transitiv, umgangssprachlich, zumeist verneint oder in Frageform verwendet: jemanden interessieren, jemanden kümmern
Herkunft:
Dieses Verb geht vermutlich auf die Bedeutungen belästigen und quälen des im ersten Abschnitt des Eintrags bereits erwähnten mittelhochdeutschen schern zurück. Möglich ist weiterhin, dass das Verb scheren im Sinne von ‚sich an einen anderen Ort begeben‘ (siehe nächsten Abschnitt) Einfluss genommen hat. Restlose Klarheit lässt sich in dieser Frage nicht erreichen.
Synonyme:
[2] interessieren, kümmern
Beispiele:
[1] Darum musst du dich überhaupt nicht scheren.
[1] Ludmilla hat sich nie um irgendwelche Vorschriften geschert.
[1] Du scherst dich einen Teufel um uns und unsere Not!
[2] Was schert es mich, dass du die Klasse wiederholen musst?
[2] Es scherte ihn nicht, was aus seiner Exfrau wurde.
[2] Was die Leute zu ihrem Lebenswandel sagen, schert Ilka nicht.
Redewendungen:
jemanden den Teufel scheren
sich den Teufel um etwas scheren
sich einen feuchten Kehricht um etwas scheren
Übersetzungen:
  • russisch: [1] заботиться; [2] интересоваться
Verb, regelmäßig:

Flexion

Worttrennung:
sche·ren, Präteritum: scher·te, Partizip II: ge·schert
Aussprache:
IPA [ˈʃeːʁən]
Bedeutungen:
[1] reflexiv, Hilfsverb haben, häufig im Imperativ: sich (schnellstens) an einen bestimmten Ort begeben
[2] Seemannssprache: Hilfsverb sein, in Bezug auf Schiffe: die Fahrspur seitlich verlassen, wenn Wasser schräg anströmt
[3] Seemannssprache: Hilfsverb haben: ein- oder ausscheren
Herkunft:
es ist nicht sicher, woher dieses schwache Verb stammt. Möglicherweise lässt es sich an das althochdeutsche skerōnmutwillig sein, sich ausruhen‘ anschließen. Außerhalb der germanischen Sprachen könnte eine Verbindung zum altindischen किरति – Wurzel कॄ– ‚gießt aus, wirft‘, zum altgriechischen σκαίρεινspringen, hüpfen‘, zum altslawischen skorъ, außerdem zum russischen скорыйflink, schnell‘ und zum litauischen skėrysHeuschrecke‘ bestehen. Ursprung könnte die indoeuropäische Wurzel *(s)ker(ə)- ‚springen, schwingen‘ sein.
Synonyme:
[1] (sich) begeben
Beispiele:
[1] Scher dich zum Teufel!
[1] Du sollst dich jetzt ins Bett scheren!
[1] Er hat sich endlich an die Arbeit geschert.
Übersetzungen: Verb, regelmäßig:

Flexion

Worttrennung:
sche·ren, Präteritum: scher·te, Partizip II: ge·schert
IPA [ˈʃeːʁən]
Sound samples:
Rhymes: [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reim%3ADeutsch%3A-e%CB%90%CA%81%C9%99n&action=edit&preload=Vorlage:Formatvorlage_(Reim) -eːʁən]
Bedeutungen:
[1] Turnen: am Seitpferd eine Schere machen
[2] transitiv, Gymnastik: auf dem Bauch oder dem Rücken liegend die gestreckten Beine kreuzen
[3] transitiv, Basketball: einen Spieler mithilfe zweier anderer Spieler von hinten und von vorne decken
[4] transitiv, fachsprachlich: Unebenheiten durch Glattschleifen beseitigen
Herkunft:
Dieses Verb ist vom Substantiv Schere abgeleitet.
Beispiele:
[2] Und jetzt schere noch einmal deine Beine.
[3] Ihr müsst eure Gegner besser scheren.
[4] Die Strömung schert den Untergrund.
Verb, [[unregelmäßig:

Flexion

Worttrennung:
sche·ren, Präteritum: schor, Partizip II: ge·scho·ren
Aussprache:
IPA [ˈʃeːʁən]
Bedeutungen:
[1] transitiv, Seemannssprache: etwas durch etwas hindurchziehen
Herkunft:
Dieses Verb entstand als Ableitung von schirren.
Synonyme:
[1] einscheren



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